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Buch klärt auf: Die größten Öko-Irrtümer

Die größten Öko-Irrtümer

Haben Sie heute schon die Welt gerettet oder wenigstens einen Beitrag dazu geleistet? Ihren Kindern gesunde Ökokarotten gedämpft, das Auto mit Biosprit gefüttert sowie den Müll getrennt?

Gut, dann sind Sie ein Öko, ein umweltbewusster Mensch, der seinen Beitrag für eine bessere Welt leisten möchte. Doch jetzt nicht gleich weinen und verzagen: Unser Bemühen ist zwar oft sehr sinnvoll, aber leider manchmal auch für die Tonne.

Vor allem unsinnige Regelungen lassen unsere guten Absichten nicht immer auch zu guten Taten werden. Das jedenfalls behauptet Alexander Neubacher, der das Buch „Ökofimmel“ geschrieben hat.

Er sei auch „guten Willens“, sagt er. Seine Familie hielte sich brav an Ökovorschriften, scheue keine Kosten für Bioprodukte. Doch was sei daraus geworden? Er sei ein Mann mit vier Kindern und fünf Mülltonnen, bilanziert er. Man kennt das. Den Drang der bewussten und kritischen Städter, die in großen Wohnungen mit Möbeln aus Naturholz leben.

Der Autor beschreibt die aus seiner Sicht größten Öko-Irrtümer:

• Lampen

Die Energiesparlampen beispielsweise. Auch die Neubachers schraubten diese brav ein, im Wohnzimmer sah es danach aus wie in einer neonbestrahlten Supermarkthalle, findet er. Doch dann kam die Warnung, dass diese Birnen gefährlich sind. Fallen sie herunter, setzen sie Quecksilber frei. Inzwischen gibt es die Birnen wenigstens auch mit gedämpfterem Licht.

• Joghurtbecher

Oder die Geschichte mit dem Joghurtbecher. Manche meinen es so gut mit ihm, dass sie ihn in Spülmaschinen reinigen, bevor sie ihn dem Müll übergeben. „In der Hoffnung, es erleichtere die Wiedergeburt“, spottet Neubacher.

Dabei landet der Becher meistens im Hochofen. Das Duale System muss genau 36 Prozent des Plastikmülls „wertstofflich verwerten“. Für den Umgang mit den restlichen 64 Prozent gibt es keine gesetzlichen Regelungen – also entsorgen die Unternehmen ihn so, wie es für sie am billigsten ist.

• Dosenpfand

Auch beim Dosenpfand. 2003 durch Ex-Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) eingeführt, sollte das Pfand der Mehrwegflasche zum Siegeszug verhelfen und von der Plastikflasche abschrecken. Aber: Die Zahl der Einwegflaschen sei gestiegen, Mehrweg verschwinde zusehends. Fazit: „Trittin ist der Umweltminister, von dem sich die Umwelt bis heute nicht erholt hat.“

• Wasser sparen

Auch das Wassersparen hilft der Umwelt nicht immer – wenn wir zum Beispiel beim Toilettengang die Spartaste zum Spülen betätigen. Unterm Strich bringt dieses Sparspülen nichts, denn wenn zu wenig Abwasser durch die Ableitungskanäle fließt, dann bleibt der stinkende Schlick in den großen Rohren liegen. Und die Wasserwerke müssen folglich gutes Leitungswasser durch die Rohre jagen, in Berlin sind das zu Spitzenzeiten täglich eine halbe Million Kubikmeter oder 3,3 Millionen volle Badewannen.

• Ökostrom

Ärgerlich wird es bei unserem berechtigten Wunsch nach „sauberen Strom“. Unser Wechsel zum Ökostromanbieter ist sicher hilfreich und wirksam, könnte aber noch besser wirken.
Leider wird die globale CO2-Bilanz bei weitem nicht so sehr entlastet, wie es der Fall sein könnte.

Grund: Die Möglichkeit des Handels mit CO2-Rechten. Was wir an schädlichen Emissionen einsparen, kann später nämlich als Verschmutzungsrecht zum Beispiel an Polen verkauft werden – und dann also in direkter Nachbarschaft verfeuert werden.

• Biobenzin

Und wir erfahren auch, dass für die Herstellung von Biobenzin in einigen Staaten der Regenwald gerodet werden darf. Klingt alles ziemlich desillusionierend. Sollen wir also mit unseren Umweltschutzbemühungen aufhören? Nein, sicher nicht, meint der Autor.

Aber alles solle effizienter geschehen, sagt Neubacher. Wenn eine Vorschrift nicht den erhofften Effekt bringt, dann müsste diese durch eine bessere, wirksamere ersetzt werden. Man müsste Politiker von gut gemeinten Absichten abbringen. Damit am Ende eine globale Umweltpolitik steht, die tatsächlich schützt. Wir, die Verbraucher, sind ja bereit, unseren Teil zu leisten.

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