Liebeskummer
Burnout, Depressionen, Freundschaft, Liebeskummer. In der Rubrik „Liebeskummer“ fragen die EXPRESS Leser, wie mit Beziehungs-Krisen umzugehen ist. Wie kann die Liebe nach dem Fremdgehen gerettet werden, wenn der Schmerz allzu groß ist. Mein Freund hat sich von mir getrennt - soll ich kämpfen oder aufgeben? Sie hat mich verlassen, weil sie es nicht mehr mit mir aushält - was kann ich tun? Sie hatte schon nach zweit tagen einen neuen Freund. Wenn das Herz blutet, dann ist das die richtige Rubrik.

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Sven fragt: Ich hab meine Beziehung selbst verbockt - werde ich je wieder lieben können?

Hallo Beatrice,

nach  4 1⁄2  Jahren hat mich meine  Freundin verlassen. Sie war die erste Frau, mit der ich eine Beziehung geführt habe. Kurz nachdem wir damals ein Paar wurden, haben wir uns eine Wohnung  gemietet, die  bisher keiner von beiden verlassen hat. Meine ehemalige Freundin hat auch eine Tochter, sie war damals 2 Jahre alt, ist mittlerweile sieben und geht zu Schule. Ich liebe die Kleine über alles und  auch  die Liebe zu ihrer Mutter ist trotz allem ungebrochen. Nicht immer war ich einfach in unserer Beziehung. Sie sagte mir oft, dass ich gefühlskalt war, und  ich habe sie oft wegen Nichtigkeiten kritisiert. Trotz dieses Verhaltens habe ich sie immer geliebt, jedoch habe ich ihr das viel zu selten gezeigt. Oft hatte ich etwas anzumerken, aber das waren fast immer Belanglosigkeiten, wie z.B. wenn sie vergessen hat das Licht  auszuschalten, wirklichen Grund zur Kritik hatte ich eigentlich nie. Sie war treu, ehrlich und immer  lieb zu mir, auch wenn ich es nicht verdient habe. Vor zwei Jahren hat sie eine einjährige Schule begonnen um ihr Abi nachzuholen. Das war eigentlich nie ein Problem, aber im Jahr drauf bemerkte ich, dass es in unserer Beziehung immer schlechter lief. Ich habe mich grundlegend gewandelt und versucht zu retten was zu retten ist, denn ich habe gefühlt, dass dies der Anfang vom Ende sein könnte. Trotz  meiner Bemühungen hat sie mir vor einem Dreivierteljahr  gestanden, dass sie einen Neuen hat, einen Mitschüler.  Die große Liebe war es nicht, denn drei Monate später hat sie sich bereits wieder von ihm getrennt.

Trotz ihres neuen Freundes  bin ich nicht ausgezogen und auch sie ist geblieben. Nachdem diese Sache gescheitert war, hoffte ich, dass es mit uns  wieder funktioniert. Meine Hoffnung wurde jedoch enttäuscht, denn bereits einen Monat später hatte sie schon wieder einen Neuen. Beziehung würde ich das nicht nennen, denn die Sache hielt nur ein paar Wochen. 

Sie hat mir dann große Hoffnungen gemacht, dass es mir uns wieder etwas werden könnte. In einen Brief hat sie geschrieben, dass sie mich wohl die ganze Zeit geliebt hat und hofft, dass wir wieder ein Paar werden. Wir hatten wunderschöne Ostern und sind zusammen mit der Kleinen in den Urlaub gefahren. Alles war so schön, dass wir kurz nach der Rückkehr unseren Sommerurlaub gebucht haben. Mitte Mai hatte ich dann wieder ein ungutes Gefühl und ich habe sie aufgefordert, mir verbindlich zu sagen, was nun aus uns wird. Sie antwortete, dass sie für mich nicht mehr die Gefühle entwickeln kann, die für eine Beziehung notwendig sind.  Ich war total niedergeschlagen und erneut am Ende meiner Kräfte angelangt und sagte in einer ersten Reaktion, dass ich aus der Wohnung ausziehen werde. Sie hat mich gebeten, dass nicht zu tun. Ich drohte zwar mit Auszug, habe es jedoch nie wirklich in Erwägung gezogen. Sie hatte dann auch schon wieder einen neuen Freund  bei dem sie auch oft schläft. Auch ihre Meinung zum Auszug hat sich geändert, sie will nun, dass ich so schnell wie möglich die neue Wohnung verlasse. Nach langer Suche habe ich mich gegen eine Wohnung entschieden, stattdessen habe ich mir ein Zimmer in einer WG gemietet, um nicht so allein zu sein... Heute habe ich den Vertrag unterschreiben und ich heule seitdem den ganzen Tag. Jetzt kommt das endgültige Ende, vor dem ich wahnsinnige  Angst habe.  Meine Gefühle kann ich nicht in Worte fassen, aber dass ich sie, die Kleine und die Wohnung verliere, macht mich total fertig. Meine Gedanken drehen sich nur noch um mein künftiges Leben, welches mir ohne meine Ex-Freundin und ihrer Tochter nicht lebenswert erscheint. Eine Familie zu haben, wie ich sie hatte, bedeutet für mich das größte Glück. Ich habe Angst, dass ich nie  wieder solche Gefühle und solches Glück mit einer anderen  erleben kann. Die Angst, dass diese Beziehung mein ganzes Leben bestimmt und dadurch zerstört, werde ich nicht los. Was soll ich tun um meine Gefühle in den Griff zu bekommen? Ich habe nur wenige Freunde und ich habe nicht das Gefühl, dass die mich mit meinen Problemen auffangen könnten. Ist die Entscheidung, in die WG zu ziehen, richtig, oder sollte ich allein in eine Wohnung ziehen. Wie werde ich meine Ängste los? Ich will endlich wieder glücklich sein, aber wie? Sollte ich einen Psychiater aufsuchen? Danke vorab

Sven (28)

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Lieber Sven,

Ich hoffe, du hast den schlimmsten Liebeskummer hinter dir und es geht dir allmählich besser. Kann allerdings auch sein, dass es noch ein bisschen dauert. Immerhin war es deine erste Beziehung und deine erste Liebe. Deswegen hast du auch diese Ängste:

"dass ich nie  wieder solche Gefühle und solches Glück mit einer anderen  erleben kann. Die Angst, dass diese Beziehung mein ganzes Leben bestimmt und dadurch zerstört, werde ich nicht los."

Diese Gefühle sind normal. Im Liebeskummer sieht jeder schwarz. Aber du wirst irgendwann sehen, dass diese Ängste unbegründet sind. Du wirst eine neue Liebe finden, wenn du dafür bereit bist. Das kann dauern, aber es wird eintreten. Und sicherlich ist es auch gut, wenn da eine gewisse Zeit dazwischen liegt - Zeit, in der du dich intensiv damit befassen kannst, was in deinem Inneren dich veranlasst hat, oft so kalt und kritisch zu sein, und letztendlich die Liebe deiner Ex gekostet hat. Wenn du das nicht nochmal erleben willst, musst du hart dran arbeiten.

"Was soll ich tun um meine Gefühle in den Griff zu bekommen?... Sollte ich einen Psychiater aufsuchen?"

Einen Psychiater vielleicht nicht grade, aber ein Gespräch mit einem Therapeuten, der auf Paartherapie spezialisiert ist, wäre sicher eine gute und hilfreiche Sache.

Was ist mit deiner Mutter? Aus Erfahrung weiß ich, dass Mütter in solchen Dingen oft ein erstaunliches Mitgefühl und Weitsicht an den Tag legen (wenn man sie ernsthaft um ihr Ohr und ihren Rat bittet).

Und schreiben ist gut. Schreib nieder, was dich derzeit bewegt. Was auf dem Papier (oder im PC) steht, muss nicht mehr im Kopf herumgeistern.

"Ich habe nur wenige Freunde und ich habe nicht das Gefühl, dass die mich mit meinen Problemen auffangen könnten. Ist die Entscheidung, in die WG zu ziehen, richtig?"

Ja, ich denke schon - hoffentlich sind deine Mitbewohner nett! Vielleicht ist sogar jemand dabei, dem du dich ein wenig anvertrauen kannst.

"Ich will endlich wieder glücklich sein, aber wie?"

Da musst du jetzt leider durch. Außerdem hast du es dir ja auch zu einem guten Teil selbst eingebrockt. Betrachte es auch ein wenig als Chance, an dir zu arbeiten und später eine dauerhafte Beziehung zu haben.

Liebe Grüße

Beatrice Poschenrieder

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