Das Schloss Morsbroich wurde zum ersten Mal 1220 urkundlich erwähnt und war lange Zeit Sitz des Deutschen Ritterordens. 1774 ließ Ignaz von Roll die Burg abreißen und baute sich ein barockes Lustschloss. 1857 übernahm die Familie von Diergardt das Schloss und ließ zwei Flügel anbauen.
Seit 1974 gehört das schöne Wasserschloss der Stadt Leverkusen und das Museum Morsbroich ist das erstes Museum in NRW, das nach dem Zweiten Weltkrieg für zeitgenössische Kunst eröffnete. In den beiden angebauten Flügeln aus dem Jahr 1885 befinden sich das Jagdzimmer für den Schlossherren und ein Salon für die Dame. „Man kann jetzt viel interpretieren, ob es einen Grund haben mag, dass die Zimmer in den unterschiedlichen Flügeln und somit ziemlich weit voneinander weg liegen“, lacht Dr. Markus Heinzelmann, Direktor des Museum Morsbroich.
„Man sieht ganz klar die Rollenverteilung zu dieser Zeit: Der große Damensalon war für Agnes von Diergardt nicht nur ein privater Rückzugsort. Hier wurden Gesellschaften gegeben und der Raum musste repräsentieren. Auf dem Schreibtisch stand beispielsweise ein Porträt ihrer Schwester, die Oberhofmeisterin am kaiserlichen Hof war. Der eigene Raum für die Dame zeigt aber auch, dass Frauen immer selbstständiger wurden. Während das Jagdzimmer des Herrn mit dem dunklen Holz und den Jagdtrophäen an den Wänden die Stellung des Mannes untermauern sollte“, erklärt der Museumsdirektor.
Auch die Lage der beiden Zimmer ist kein Zufall: Während die Schlossherrin einen tollen Blick auf den Garten hat, behält der Schlossherr die Auffahrt und die Häuser der Angestellten fest im Blick. „Die beiden waren aber wohl ein echtes Liebespaar, das war zu der Zeit nicht so häufig“, erklärt Dr. Markus Heinzelmann. Heute werden beide Räume für Empfänge oder Ausstellungen genutzt.
Weitere Informationen finden Sie auf www.museummorsbroich.de
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