Empfehlen | Drucken | Kontakt03.11.2009 - 16:56 Uhr

Interview: Raus aus den Schulden

Von Florian Schwiegershausen
„Leverkusens Kompetenzen für die Zukunft:Bayer,Gesundheit und Nanotechnologie.“
„Leverkusens Kompetenzen für die Zukunft:Bayer,Gesundheit und Nanotechnologie.“
Foto: Uwe Weiser

Seit zwei Wochen führt Reinhard Buchhorn als neuer OB die Geschicke Leverkusens. Bis Jahresende erwartet die Stadt einen Schuldenstand von 480 Millionen Euro. Im Interview mit dem EXPRESS spricht der OB über Wege aus dieser Misere.

EXPRESS: Herr Buchhorn, wie soll die Stadt raus aus den Schulden kommen?

Buchhorn: Durch einen großen Wurf müssen wir Kosten sparen und Mehreinnahmen generieren. An freiwilligen Ausgaben für Kultur, Sport und Verbände wollen wir nicht kürzen, damit würden wir die Identität unserer Stadt aufgeben. Wir sollten uns aber fragen, wie wir kreativ an Pflichtaufgaben sparen können.

Wo sehen Sie die Kompetenzen Leverkusens?

Die Partnerschaft zwischen Bayer und der Stadt wurde gerade im Oktober erneut öffentlich besiegelt. Zum zweiten sollten wir uns als Gesundheitsstandort etablieren durch Klinikum und Gesundheitspark. Die dritte Marke läuft bereits mit innovativen Werkstoffen und der Nanotechnologie. Um hier die Netzwerke zu stärken, müssen wir die Wirtschaftsförderung stärken mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer. Denn Arbeitsplätze verringern den Schuldenstand.

Ist der Umzug von Lanxess nach Köln noch zu verhindern?

An diesem Beschluss gibt es wohl nichts mehr zu rütteln. Aber wir sollten dies als Beispiel nehmen, um bei ansässigen Unternehmen eine bessere Bestandspflege zu betreiben. Wir müssen mit den Unternehmen besser per Du sein.

Und zum Ende Ihrer Amtszeit 2015 können wir dann lesen „Leverkusen schuldenfrei“?
Auf keinen Fall, wir können nur den Weg einleiten. Die Entschuldung ist eine mittel- bis langfristige Geschichte. Dazu gehört aber auch eine Gemeindefinanzreform, durch die die Kommunen unabhängiger von den Gewerbesteuern sind.

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