Empfehlen | Drucken | Kontakt27.05.2011 - 18:54 Uhr

Harte Jobs für harte Jungs: Hier lernt man das Spiel mit dem Feuer

Von MARC HERRIGER
Ausbildungsleiter Markus Pöschl hilft Przemyslaw Pomykala beim Vorbereiten der Guss-Form. Der Azubi bestand die Prüfung als einer der Jahrgangsbesten.
Ausbildungsleiter Markus Pöschl hilft Przemyslaw Pomykala beim Vorbereiten der Guss-Form. Der Azubi bestand die Prüfung als einer der Jahrgangsbesten.
Foto: Johannes Galert
Düsseldorf –  

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ – in einer Gießerei ist der alte Sinnspruch wahrer als anderswo. Lehrlinge müssen zwischen glühendem Stahl und sandigen Gussformen härter arbeiten als in den meisten anderen Jobs. Aber am Ende winkt zumindest bei den Edelstahlwerken Schmees in Langenfeld ein sicherer Arbeitsplatz.

Es ist laut, es ist heiß, es zischt, es dröhnt – „eine Gießerei ist halt keine Apotheke“, brüllt Ausbildungsleiter Markus Pöschl über den Lärm in den Werkshallen der Edelstahlwerke Schmees in Langenfeld hinweg. Aus einer Garagenproduktion hervorgegangen, ist Schmees mittlerweile ein ausgewachsener Mittelständler mit viel Know-how und einer guten Ausbildung. Schmees gießt Teile für Pumpen und Turbinen, aber auch für Maschinen in der Lebensmittelindustrie.

Zurzeit wird Nachwuchs als „Gießereimechaniker Handformguss“, „Verfahrensmechaniker Hütten und Halbzeugindustrie“ und ein Schmelzer/Laborant gesucht.

Przemyslaw Pomykala hat sich ganz bewusst für den Industrie-Beruf entschieden. „Ich wollte immer was mit Metall machen“, sagt der 24-Jährige. Zu seiner Leidenschaft wurde aber die Guss-Form.

Mit einem äußerst komplizierten Guss bestand er vor kurzem seine Gesellenprüfung und bekam dafür als Lohn sogar ein Stipendium für den Meisterbrief. „Den will ich so schnell wie möglich machen“, sagt der junge Mann.

„Er ist ein sehr gutes Beispiel für unsere Ausbildung. Wir bilden unseren Nachwuchs selbst aus, bringen ihnen auch die Firmenphilosophie näher“, sagt Personalchefin Susanne Schmees-Besgen. Die Mitinhaberin des Betriebs kennt jeden der 150 Mitarbeiter in Langenfeld (dazu kommen noch 220 in Pirna) mit Namen. Jeder Azubi, der die Abschlussprüfung besteht, wird bei den Edelstahlwerken auch übernommen.

„Es wird aber immer schwerer, gute Leute zu finden“, gibt Markus Pöschl zu. Ein guter Hauptschulabschluss ist die Grundvoraussetzung für eine Einstellung. Dazu sollten gute Deutschkenntnisse kommen. „Und die Bewerber sollten auch körperlich in Form sein. Das ist harte Arbeit hier“, sagt Pöschl, der selbst mit 19 bei Schmees anfing, mit 25 schon Ausbildungsleiter war und nach einem berufsbegleitenden Studium nun als Ingenieur auch Betriebsleiter der Schmelze ist.

„Wer sich gut anstellt und tüchtig ist, kommt bei uns voran“, betont Susanne Schmees-Besgen.

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