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Neue EXPRESS-Kolumne: Peter Brings: Wem jehürt die Stadt?!

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Kölschrocker Peter Brings bekennt Farbe – und posiert für EXPRESS am Underground-Club. Seine Botschaft: „Die Clubszene in Köln  darf nicht sterben.“
Kölschrocker Peter Brings bekennt Farbe – und posiert für EXPRESS am Underground-Club. Seine Botschaft: „Die Clubszene in Köln darf nicht sterben.“
Foto: Eduard Bopp
Köln –  

Er redet nicht drum herum. Er gibt Vollgas. Exklusiv im EXPRESS. Samstagabend tritt Peter Brings beim Heliosfest in Ehrenfeld auf – und setzt sich mit anderen Künstlern dafür ein, dass das Kultur-Areal in Ehrenfeld weiterlebt. Passend dazu widmet sich der Kölschrocker diesem Thema in seiner ersten Kolumne.

Wem jehürt die Stadt? Wem jehürt die Äd? Sin et de Minsche oder is et dat Geld?

Wenn ich freitags oder samstags spät nachts nach einem Konzert nach Hause fahre, dann komme ich durch ein Bermuda-Dreieck, das sich gewaschen hat.

Venloer Straße, Ecke Ehrenfeldgürtel. Et Hätz vun Ihrefeld! Auch noch um halb drei morgens: das pulsierende Leben. Ganze Horden von jungen Leuten bewegen sich zwischen Mäckes und Dönerbuden. Fläsch Bier in der Hand, langsam Richtung letzte U-Bahn. Kurz die Augen zu, dann die Erkenntnis: lang, lang ist es her, aber geändert hat sich nicht viel.

Und das ist gut so! Ehrenfeld hat immer genug Platz gehabt für Musikclubs, Kneipen, Theater und Menschen aus aller Welt. In letzter Zeit sind jedoch schöne und wichtige Locations verschwunden, wie das Bel Air. Das Odonien känpft ums Überleben - auch das Underground steht zur Disposition.

Auf der anderen Seite werden heiße Diskussionen abgehalten, wie viel Geld für die hohe Kunst ausgegeben wird. Beispiel: Das E-Werk versucht seit Jahren, eine Buslinie zu bekommen, da der Weg vom Wiener Platz recht weit ist. Die Oper zieht gegenüber ins Palladium und die eigene Buslinie ist auf einmal auch kein Problem mehr. Für viele Künstler in unserer Stadt ist dies mehr als ein Schlag ins Gesicht.

Ich frage mich dann: Wer auf der Welt kann darüber entscheiden, was förderungswürdig ist und was nicht?! Es gibt da anscheinend jemanden, der sich das traut, und was soll ich sagen - es sind immer dieselben: Oper und Schauspielhaus. Als ob das alles wäre, was Kunst in dieser Stadt macht?

Ich weiß, dass ich mir ins eigene Fleisch schneide, wenn ich mich über Kultur-Subventionen aufrege, aber ich steh halt nicht wirklich auf Operngesänge! Der kleine, interessierte Teil der Kölner, die so etwas lieben, ist doch reich beschenkt – oder?

Der Hammer ist, dass die Tickets trotz der ganzen Kohle dann auch noch scheiß-teuer sind. Kultur muss für alle erschwinglich bleiben. Aber diese Kultur ist nicht für alle, oder?

Peter Brings schreibt ab jetzt jeden 2. Samstag im EXPRESS. Mitdiskutieren auf www.express.de/facebook

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