Empfehlen | Drucken | Kontakt28.01.2012 - 11:23 Uhr

Und ich mach mein Ding : EXPRESS-Reporter op Jöck mit den Domstürmern

Der Frontmann und sein Praktikant: Micky Nauber (r.) ließ EXPRESS-Reporter Bastian Ebel für zwei Auftritte ans Mikro.
Der Frontmann und sein Praktikant: Micky Nauber (r.) ließ EXPRESS-Reporter Bastian Ebel für zwei Auftritte ans Mikro.
Foto: Klaus Michels
Köln –  

Wie ist es, auf der Bühne einen Sessionshit zu singen? Was wird im Bandbus alles so besprochen? Für zwei Auftritte durfte EXPRESS-Reporter Bastian Ebel bei den Domstürmern mitsingen...

Angst. Pure Angst. Anders kann man das nicht beschreiben. Es ist der Moment, als ich in Lindlar vor 2.000 Wievern die Stufen zur Bühne hochgehe.

„Wird schon klappen“, hat mir Frontmann Micky Nauber vor ein paar Minuten noch gesagt. Selbstverständlich! In der Schule knapp an einer „Sechs“ in Musik vorbeigerauscht, soll ich jetzt vor dieser Kulisse „Mach Dein Ding“ singen. Aber kneifen gilt nicht - ich mach mein Ding. Irgendwie.

Ein Glück, dass die Band schon zwei Titel gespielt und die Damen ordentlich aufgemischt hat. Das Zelt bebt. Trotzdem: Die Scheinwerfer blenden, ich sehe keine Gesichter. Als ich das erste Mal singe, verstehe ich mein eigenes Wort nicht. Rechts von mir strecken die Mädels ihre Hände Micky entgegen - ich fühle mich plötzlich wie ein Rockstar!

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Doch es folgt das jähe Ende meiner Träume: Nach dem Applaus gehe ich viel zu früh von der Bühne - die Band singt nach dem Jubel immer noch eine Strophe. „Bastian, wo bist du?“, ruft Micky durch das Mikro. Aber Bastian ist schon in der Umkleide verschwunden.

„Versemmelt“, flüstert Bassist Piddy Kiel mir später im Bandbus mit einem Grinsen ins Ohr. Während die Gruppe das Programm für den nächsten Auftritt in Mülheim bespricht, pflegt sich Sänger Micky mit Handcreme, Fenchel-Honig-Tee und Hand-Desinfektion. „Unser Bus ist - wie bei jeder Band - auch ein Erholungsort“, sagt Gitarrist Marcus Maletz. „Wir besprechen hier auch sehr viel Privates.“

Zehn Minuten später empfangen uns wieder 1.200 völlig raderdolle Wiever bei den Müllemer Junge. Und dieses Mal höre ich sogar, wie schräg ich singe. Doch die Techniker sind vorbereitet, korrigieren am Mischwürfel das eigentlich Unkorrigierbare. Hinterher gibt’s aber unerwartet ein aufmunterndes Lob.

„Es ist mutig, sich auf eine Bühne zu stellen. Das war doch gut“, tröstet mich Micky. „Du darfst öfter kommen.“ Wirklich? Da ist sie wieder, diese Angst.

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