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Kölner Institution: Die Pferdemetzger von Mülheim

Gerda Horsts Pferdewürstchen.

Gerda Horsts Pferdewürstchen.

Foto:

uwe weiser

Kölns Pferdehimmel liegt in der Lohmühlenstraße. Hier gibt es noch den echten rheinischen Sauerbraten vom Päd. Metzger Berni Horst und seine Ehefrau Gerda verkaufen ihre Spezialität schon seit über 30 Jahren.

Das Rezept hat das Metzgerehepaar Horst bereits von seinem Vorgänger, dem Pferdemetzger Weber – und es muss sich herumgesprochen haben: „Eben war einer aus München da und hat ordentlich eingekauft“, freut sich Gerda Horst. Horsts selber schlachten nicht mehr, aber ihr Sohn hat im Münsterland eine Schlachterei und liefert immer frisch an die Eltern aus. Wer beim Biss in ein Stück Pferdefleisch Bedenken hat, den klärt Gerda Horst auf: „Das Fleisch hat sehr wenig Cholesterin.“

Das wissen Kunden wie Anni und Theodor Leineweber zu schätzen. Sie kommen aus Brück, holen das Plastikeimerchen mit dem eingelegten Sauerbraten ab. Während Gerda Horst die Rechnung fein säuberlich mit Bleistift auf Papier aufaddiert, erinnert sich Frau Leineweber an ihre Kindheit in Mülheim: „Früher war Pferd ja ein Arme-Leute-Essen. Wenn wir am Ende des Monats Besuch bekamen, drückte mir meine Mutter Geld in die Hand und sagte: Hier guck, was du dafür beim Pferdemetzger bekommst. Aber pass auf, dass Dich niemand beim Einkaufen sieht.“

Beim Einlegen des Sauerbratens lässt Gerda Horst nicht mit sich reden: „Zehn Tage sollten es schon sein.“ Horsts sind nicht mehr die Jüngsten, so öffnen sie nur noch Donnerstag bis Samstag. Gerda Horst gesteht: „Ich hab ja mal ans Aufhören gedacht, aber unsere Kunden bitten immer wieder, wir sollten bloß weitermachen.“