Das Unglück im Zoo – immer mehr Details kommen ans Licht: Die zweite Tierpflegerin entkam nur knapp einem Angriff des Tigers. Nina P. (Name geändert) kam einige Minuten nach Ruth K. ins Raubtierhaus. Sie sah ihre Kollegin im Tigerkäfig liegen, neben ihr die Raubkatze Altai.
Die Tür des Käfigs stand offen. Als Tigerkater Altai Nina P. bemerkt, macht er einen Satz und will auch die junge Tierpflegerin angreifen, wie Zoo-Vorstand Theo Pagel gegenüber EXPRESS bestätigt. Doch Nina P. kann in letzter Sekunde aus dem „Bediengang“ hinter dem Käfig weglaufen und die Tür zur Küche des Raubtierhauses schließen. Sofort löst sie den Notfall „Tier frei“ aus.
Zuvor hatten die beiden Pflegerinnen die insgesamt fünf Tiere (Kater Altai, Katze Hanya und die drei gemeinsamen Tigerjungen) gefüttert und dann die Schleusen zum Außengehege geöffnet. Die Schleusen werden eine nach der anderen geschlossen, sobald die Tiere draußen sind. Dann wird der Käfig gereinigt.
„Altai war beim Rausgehen immer einer der langsamsten und blieb oft noch auf seinem Hochbrett innerhalb des Käfigs liegen“, sagt ein Zoo-Mitarbeiter dem EXPRESS.
Rettungswagen und Besucher vor dem Eingang des Kölner Zoos: Tiger „Altai“ brach aus, tötete eine Pflegerin. Der Zoo wurde evakuiert.
Foto: dpaSo offenbar auch am Samstagmorgen. Daraufhin hätten Ruth K. und Nina P. beschlossen, erst einmal Frühstückspause zu machen. Danach muss Ruth K. mit Schrubber und Wassereimer wieder in den Bediengang hinter dem Käfig gegangen sein, Altais Schleuse ins Außengehege geschlossen und den Käfig geöffnet haben – ohne vorher zu kontrollieren, ob auch Altai inzwischen wirklich nach draußen gegangen war. Ein fataler Fehler.
Es folgte Altais Angriff auf Ruth K., der ihr lebensgefährliche Wunden zufügte, an denen sie später starb. „Da aber eine Rettung noch möglich schien, konnte Pagel gar nichts anderes machen, als Altai zu erschießen“, sagt Zoo-Vorstand Christopher Landsberg. „Wenn wir Altai nur betäubt hätten, wäre die Gefahr eines weiteren Angriffs auf die Pflegerin zu groß gewesen.“
1985: Affe Petermann greift Zoodirektor Nogge an
Ausgerechnet Petermann, der weltberühmte Schimpanse, sorgt 1985 für die erste große Katastrophe im Kölner Zoo. Der Schimpanse ist der Star im Zoo, Jahrgang 1950. Ein mit Hand aufgezogenes Flaschenkind, verhätschelt und verwöhnt. Petermann hat Menschenkleider an, fährt Fahrrad, kann mit Messer und Gabel essen. Alle lieben ihn - bis zum Jahre 1985.
Da büxt Petermann zusammen mit Freundin Susi aus, schlägt einen Tierpfleger zu Boden und fällt in der Futterküche über Zoodirektor Gunther Nogge her. Die beiden Affen beißen ihn in den Kopf und ins Gesicht, schleifen den Schwerverletzten nach draußen. Erst, als der Zoodirektor sich totstellt, lassen die Tiere von ihm ab. Die beiden Tiere werden erschossen, der Zoodirektor wird siebeneinhalb Stunden operiert – und überlebt das Drama.
Feuer auf dem Großmarkt ausgebrochen
Kurz nach 18 Uhr am Samstagabend stieg auf einmal schwarzer Rauch über dem Areal in Bayenthal auf. In einer Lagerhalle brannten rund 50 Kubikmeter Abfälle von Baustellen.
Umzug: Wie wird der CSD „pro köln“ los?
Der Plan der rechtsextreme Organisation „pro Köln“ sorgt weiter für Wirbel. Können die Rechtsextremen ausgebremst werden?
Miese Masche auf der Keupstraße
Auf der Keupstraße sollen derzeit windige Rechtsanwälte aus ganz Deutschland unterwegs sein, um nach Mandanten zu fischen.