Köln– Kater Felix (12), das Wunder von Köln. Fünf Wochen überlebte er vier Meter tief in den Trümmern des Stadtarchivs.
Jetzt päppeln ihn sein Herrchen Edgar Schröder und eine Tierärztin wieder auf. EXPRESS besuchte Felix in seinem Zuhause, war beim Tierarzt dabei.
Der kleine Tiger hat sich während seiner Gefangenschaft im Schuttberg mehr als halbiert. Tierärztin Clarissa Lorenz wiegt ihn: Nur noch 2,5 Kilo. „Vorher hat er noch sechs Kilo gewogen“, sagt Felix’ Frauchen Monika Schröder (61).
„Sein Übergewicht war wohl sein Glück. So hatte er Reserven“, erklärt die Tierärztin. Und: „Er muss in den fünf Wochen Regenwasser getrunken haben. Sonst wäre er jetzt tot.“
Zwar wurden über die Schuttberge schnell Folien gelegt. Doch Feuerwehrsprecher Dr. Daniel Leupold weiß: „Es gab kurz nach dem Unglück mehrere Regenschauer.“ Es könnten sich Pfützen gebildet haben.
Der Kater befand sich in einem Trümmerhaufen in etwa vier Metern Höhe über der Severinstraße. Vier große Steine lagen über ihm. Völlige Dunkelheit, eisige Kälte.
Die Folgen der Tortur: Felix ist sehr schwach, kann sich kaum aufrichten. Er hat Untertemperatur, ist ausgetrocknet und traumatisiert. Sein Blick ist meist starr nach vorne gerichtet. Dennoch beginnt er jetzt wieder langsam, seine Umwelt zu erkunden. „Das ist ein gutes Zeichen“, so Clarissa Lorenz.
Aber die Ärztin warnt: „Er ist noch nicht über den Berg“. Zum Beispiel sei es nicht gesagt, dass Nieren und Leber funktionieren. Das werden die Blutmessungen ergeben. Felix wird jetzt jeden Tag untersucht.
Lorenz päppelt ihn auf. Mit Elektrolyt-Infusionen, viel Flüssigkeit, etwas nahrhafter Katzenpaste, die sie ihm auf die Zähne schmiert. Richtig fressen muss er erst wieder lernen.
Die Schröders wohnen jetzt bei Tochter Andrea in Frechen. Das Haus in der Severinstraße 220, in dem sie wohnten, ist ja zusammen mit dem Historischen Archiv eingestürzt. Es ist auch für Felix ein neues Heim - in dem er hoffentlich bald gesundet.
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