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Wirklich so gefährlich?: Chorweiler empört über Köln-„Tatort“

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Die TV-Kommissare Schenk und Ballauf ermittelten in Chorweiler.

Foto:

Dirk Borm

Köln -

Hochhäuser, Drogen, Kriminalität – im aktuellen Kölner „Tatort“ ermittelten die TV-Kommissare Schenk und Ballauf in Chorweiler und zehn Millionen Zuschauer sahen den Krimi.

Das Viertel im Norden der Stadt wurde als dreckig und brutal dargestellt. Aber stimmt das wirklich? EXPRESS sprach mit den Chorweiler Bürgern.

Schenk und Ballauf laufen über den Pariser Platz in Chorweiler. Die Hochhausbewohner beobachten sie von den Balkonen. Eine Gruppe jugendlicher Kleinkrimineller nimmt die TV-Kommissare nicht ernst.

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Sandra Kestel  fühlt sich wohl in ihrem Viertel.

Foto:

Patric Fouad

Das Bild von Chorweiler im neusten Kölner „Tatort“ ist schroff. Es ist die Heimat des „Tatort“-Täters Adrian Tarrach (Rick Okon), der in dem Krimi wohl auch zum Täter wurde, weil er in den „Chorweiler Verhältnissen“ groß wurde. Doch ist das Veedel wirklich so schlimm?

„Ich habe mein ganzes Leben lang Chorweiler anders erlebt“, sagt Anwohnerin Sandra Kestel (43). „Klar, Chorweiler hat seine Probleme, aber es gibt auch gute Seiten“, so Kestel weiter. Sie stört besonders, dass das Viertel nur auf seine negativen Seiten reduziert werde.

Dabei werde viel für die Bürger getan, etwa Gesprächsrunden im Interkulturellen Haus, Unterstützung für Arbeitssuchende oder Sportangebote wie Klettern im „Chorweiler Canyon“.

Das sieht auch Chorweilers Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner (49, CDU) so: „Es ist schade, dass das Viertel so dargestellt wird. Wir tun sehr viel für die Anwohner und gegen die Chorweiler-Klischees. Beim Fernsehzuschauer bleibt nun jedoch wieder nur das schlechte Bild hängen.“

Auch Zöllners Vorgängerin Cornelie Wittsack-Junge (61) ist verärgert: „Das ist grotesk“, sagt die frühere Bezirksbürgermeisterin.

„Klar gibt es Kriminalität und dreckige Flecken in Chorweiler, aber man darf nicht nur mit Vorurteilen arbeiten – auch nicht im Film. Es gibt viel Positives, das übersehen wird. Ich lade alle ein, sich hier davon zu überzeugen.“