Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.

Wirbel im Zeltlager Chorweiler: Leiterin des Flüchtlingslagers wirft hin

Das Zeltlager in Chorweiler soll bis zu 1.000 Menschen Platz bieten.

Das Zeltlager in Chorweiler soll bis zu 1.000 Menschen Platz bieten.

Foto:

Patric Fouad

Köln-Chorweiler -

In der Flüchtlings-Zeltstadt des Landes NRW in Chorweiler ist derzeit die Hölle los: Kolibakterien-Alarm, am Wochenende werden weitere 400 Flüchtlinge erwartet, die über Ungarn kommen, weshalb das privat für Freitag geplante Willkommensfest abgesagt wurde – und jetzt macht auch noch die Camp-Leiterin schlapp.

Diese hat sich nämlich versetzen lassen. Das bestätigt Hans Nix von der Johanniter-Unfallhilfe, die die Zeltstadt im Auftrag des Landes betreibt. „Die Belastung hier war für sie zu groß“, sagt Nix. „Das ist nicht für jeden Menschen was. Die Mitarbeiterin hat dafür andere Stärken – und die setzt sie jetzt an anderer Stelle ein.“

Das Problem der Kolibakterien sei eigentlich keins. „Betroffen sind einige Sanitär-Container, die noch gar nicht im Einsatz waren“, sagt Dr. Tobias Eilers (Johanniter). „Niemand hat sich angesteckt, niemand hat deshalb Durchfall.“

Soweit, so gut. Doch am Wochenende werden unzählige Busse mit insgesamt rund 400 Flüchtlingen erwartet. „Wir werden die Grenze von 800 Personen an diesem Wochenende überschreiten“, so Nix. „Deshalb haben wir auch empfohlen, das Willkommensfest zu verschieben. Das wäre jetzt einfach zu viel für uns alle.“

Ärger gab es gestern am Eingang der Zeltstadt: Dietmar Schulz (55), Landtagsabgeordneter der Piraten, wollte sich unangemeldet über die Zustände im Camp informieren, aber die Bezirksregierung untersagte ihm den Zugang. „Bei solch einem Vorgehen wird meine Skepsis über einwandfreie Zustände vor Ort immer größer“, sagte Schulz.

Unterdessen muss auch die Stadt weiter Flüchtlinge unterbringen. Weil sie keine Plätze hat, wurde eine weitere Turnhalle belegt – die des Stadtgymnasiums in Porz. Hier bringt die Stadt 200 Flüchtlinge unter, sie werden vom DRK betreut. Die Stadt selbst bringt derzeit insgesamt mehr als 8000 Personen unter.

Unsere Top-Nachrichten – jetzt über WhatsApp

Was? Wann? Wie? Mehr Infos erhalten Sie hier!

Gleich ausprobieren: