Obwohl die harten BSE-Zeichen zum Glück lange vorbei sind, hat Willi Herren jetzt der Rinderwahn befallen.
Genauer gesagt der Rindwahn. Noch genauer gesagt: Schlachtkalb Nr. 451 aus Lindlar. „Ich war bei Freunden zu Besuch, die hatten mir von dem Kalb erzählt“, erzählt Willi, der sonst eigentlich als Liebhaber von deftigen Fleischspeisen bekannt ist.
„Als ich sie gesehen habe, hab ich mich sofort verliebt“, schwärmte er uns vor: „Ich fand es ganz schrecklich, dass sie nur eine Nummer hatte. Da hab ich sie Anita getauft.“
Willi kennt das Gefühl von Anita, mit dem Rücken an der Wand zu stehen. Das Kalb hat eine Entzündung im rechten Vorderbein, bringt nur bei Schlachtung richtig Bares. Deshalb beschloss Willi: Wer sonst gerne Rind isst, kann Rind auch mal helfen.
„Ich mach am 12. Dezember jetzt eine Benefiz-Schlagerparty in den Opernterrassen, sammel Geld, um Anita freizukaufen“, erzählt er: „Und dann kann sie in Ruhe alt und grau werden, auch mit kaputtem Bein.“ Das Kalb kostet übrigens 120 Euro, die Tierarzt-Kosten werden geschätzt mindestens das Vierfache betragen.
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