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Weihnachts-Drama: Mutter und Sohn obdachlos: Heiligabend im Fiesta

Mama Gertrud (82) und Sohn Heinz-Peter im Fiesta – vorne im Auto steht ein kleiner Weihnachtsbaum für die besinnlichen Stunden.

Mama Gertrud (82) und Sohn Heinz-Peter im Fiesta – vorne im Auto steht ein kleiner Weihnachtsbaum für die besinnlichen Stunden.

Foto:

Adnan Akyüz

Pulheim -

Es ist die Zeit des Schenkens und des Aneinanderdenkens. Alle freuen sich auf Weihnachten. Gertrud Adolph (83) feiert dieses Jahr das Fest in einem Kleinwagen - am Straßenrand. Sie freut sich nicht.

Die Pulheimerin musste mit ihrem Sohn Heinz-Peter (61) aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen und lebt seitdem auf dem Beifahrersitz eines Ford Fiesta.

Seit September dieses Jahres wohnen Gertrud und Heinz-Peter Adolph nunmehr in dem Fiesta. Sie parken neben dem Pulheimer Friedhof, in der Blumenstraße, wo der Ehemann und Vater begraben liegt. „Ich freue mich nicht auf Weihnachten. Es ist eine Schande, das uns zuzumuten“ schimpft die Seniorin. „Ich habe Weihnachten zu Kriegszeiten erlebt. Das hier ist schlimmer“ sagt sie.

An Heiligabend möchten die beiden einen Gottesdienst besuchen und danach nach Hause - zurück in den Fiesta. Geschenke hat die Familie auch keine: „Wir haben einen Mini-Tannenbaum im Auto aufgestellt“ sagt Heinz-PeterAdolph.

„Es ist so traurig“, wiederholt die ältere Dame, die regelmäßig an ihren Füßen ärztlich behandelt werden muss. „Das ist auch der Grund, warum wir auf einer Wohnung im Erdgeschoss bestehen“ sagt Sohn Heinz-Peter. Eine Wohnung im oberen Stockwerk käme nicht in Frage.

Die Stadt Pulheim erfüllt ihre Pflicht, indem sie der Familie mögliche Wohnungen vermittelt. „Da war aber keine im Erdgeschoss dabei.“ , sagen die Adolphs.

Die kranke Dame bräuchte einen Treppen- und Badewannen-Lift: „Diese Kosten können wir nicht tragen. Deswegen sind wir mit der Krankenkasse in Verbindung. Das dauert aber bis nach Neujahr.“