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Express.de | Wegen Wohnungsnot: Wie Markus: Erste Studenten ziehen ins Altenheim
24. February 2013
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Wegen Wohnungsnot: Wie Markus: Erste Studenten ziehen ins Altenheim

Der Student mit Mitbewohnerinnen und Stiftssprecherin Andrea Wisskirchen (links) am Kaffeetisch.

Der Student mit Mitbewohnerinnen und Stiftssprecherin Andrea Wisskirchen (links) am Kaffeetisch.

Foto:

Alexander Schwaiger

Köln -

Neben dem Bett von Markus S. hängt ein roter Knopf, mit dem er das Pflegepersonal rufen könnte. Dabei ist der Mann gar nicht krank, er braucht keine Pflege. Er ist auch nicht alt, gerade mal 23 Jahre. Und doch wohnt Markus in einer Kölner Seniorenresidenz.

Wie geht das? Im Seniorenstift Curanum in Porz gibt es eigentlich betreutes Wohnen für die ältere Generation. Im Fahrstuhl hängt die Einladung zum nächsten Kaffee-Klatsch, nachmittags trifft man sich auf ein Brettspiel. Wie passt der 23-Jährige da rein?

„Wir vermieten seit September 2012 fünf Wohnungen an Auszubildende und Studenten“, sagt Stiftssprecherin Andrea Wisskirchen. Grund: Die fünf Einheiten sind zu klein für ältere Leute: „Das war wohl ein Fehler des Architekten, der die Häuser vor 20 Jahren geplant hat.“

Mieter sollten für die Wohnungen trotzdem her. Übers Internet erreichte man mit dem ungewöhnlichen Angebot die Kölner Studenten. Knapp 25 Quadratmeter, günstige Miete von 255 Euro und Internetanschluss – für Student Markus passte das Appartement angesichts der Wohnungsnot in Köln perfekt.

Den Notruf-Knopf neben dem Bett hat er nur ein Mal aus Versehen gedrückt: „Da kam direkt eine Pflegerin. Die hat aber nur gelacht und sich gefreut, hier auch mal einen jungen Menschen hier zu sehen!“

Aber ist das nicht manchmal nervig, auf die betagten Nachbarn Rücksicht nehmen zu müssen? Findet Markus nicht. „Meistens ist der Fernseher der Nachbarn sowieso lauter als meine Musik“, lacht der Student. Beschwert habe sich noch keiner.

„Für mich sind die Studenten hier kein Problem. Die meisten von uns haben ja auch Kinder großgezogen“, meint eine Bewohnerin.

Am organisierten Heimleben nimmt der Student allerdings nicht teil. Markus: „Ab und zu unterhalte ich mich mit den Senioren im Wäschekeller. Die haben immer ein paar Haushaltstipps parat.“