Empfehlen | Drucken | Kontakt03.11.2008 - 00:00 Uhr

Wegen hoher Gebühren: Morgens Uni - nachts Bordell

Von OLIVER MEYER
Angelina vor der Deutschen Sporthochschule in Müngersdorf. Hier studiert sie.
Angelina vor der Deutschen Sporthochschule in Müngersdorf. Hier studiert sie.
Foto: O. Meyer

Köln - Sie ist schlank, sehr attraktiv und Sportstudentin. Und sie führt ein Doppelleben, um ihr Studium zu finanzieren: Morgens geht Angelina (23) in die Sporthochschule und lernt - nachts gibt sie sich den Freiern im Großbordell „Pascha“ hin.

Für die Gesellschaft ist Angelina (Name geändert) schlicht eine Hure. Doch die gebürtige Bottroperin sieht das gelassen:

Lustvoll räkelt sich die die Studentin auf dem Bett. Nachts empfängt sie Männer in ihrem Pascha-Zimmer, das sie mietet.
Lustvoll räkelt sich die die Studentin auf dem Bett. Nachts empfängt sie Männer in ihrem Pascha-Zimmer, das sie mietet.
Foto: O. Meyer

„Das Studentenleben besteht aus viel Sex. Ich habe Freundinnen, die schleppen jede Woche einen anderen Kerl ab, schlafen mit ihm und kriegen keinen Cent. Ich kriege Sex - und verdiene Geld dabei.“

Doch so locker, wie sie darüber berichtet, ist der Job nicht. „Anfangs habe ich ein paar Mal geweint, als der Freier weg war. Aber als ich in einer Nacht 1.200 Euro verdient hatte, war das vergessen“, so ihr ungewohnt offenes Bekenntnis.

2.500 Euro Studiengebühren muss Angelina noch insgesamt bezahlen, bis sie ihr Studium beendet hat. Um sich ein Leben mit Wohnung, Cabriolet und guter Kleidung zu leisten, geht sie zwei bis drei Mal pro Monat ins Pascha. Zimmer 001, für 50 Euro nimmt sie sich 15 Minuten Zeit.

Immer häufiger interessieren sich Studentinnen für das schnelle Geld durch Prostitution. „Vier oder fünf Anfragen habe ich in der Woche von Studentinnen, die wissen wollen, wie das bei uns im Haus abläuft.

Einige stellen sich dann auch hier vor, den meisten rate ich aber davon ab“, erklärt Pascha-Chef Armin Lobscheid. Grund: „Viele haben die falsche Vorstellung, was da auf sie zukommt, wenn jemand von ihrer Tätigkeit erfährt.“

Das ist Angelina völlig egal. „Meine Eltern wissen es. Und mir ist es egal, wenn es Leute in der Uni wissen. Ich habe im Pascha schon einen Professor getroffen. Er hat mich gar nicht erkannt und ging an mir vorbei.“

In zwei Jahren will Angelina wieder aufhören, als Gelegenheits-Hure zu arbeiten und ein eigenes Fitness-Studio eröffnen. Dafür legt sie auch Geld zur Seite.

Doch Lobscheid weiß: „Die meisten Frauen bleiben zehn Jahre im Job, dann haben sie genug Wohlstand erwirtschaftet und den Wunsch nach einer heilen Familien-Idylle mit Kindern und einem treu sorgenden Ehemann.“

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