Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.
Express.de | Was soll das denn?: Oper Benvenuto Cellini“ läuft gleichzeitig in Köln und Bonn
26. February 2015
http://www.express.de/2210138
©

Was soll das denn?: Oper Benvenuto Cellini“ läuft gleichzeitig in Köln und Bonn

Sänger Jean-Francis Monvoisin und der Nürnberger Opernchor im „Benvenuto Cellini“ 2008.

Sänger Jean-Francis Monvoisin und der Nürnberger Opernchor im „Benvenuto Cellini“ 2008.

Foto:

Ludwig Olah

Köln -

Im November haben die Opernfans in Köln und Bonn die Wahl, denn die Oper „Benvenuto Cellini“ von Hector Berlioz wird in beiden Städten aufgeführt.Es soll die glanzvolle Wiederauferstehung des Opernhauses am Offenbachplatz werden. Es soll die umjubelte Premiere des neuen Generalmusikdirektors François-Xavier Roth werden. Und dann das: Hector Berlioz’ Oper über den italienischen Bildhauer Benvenuto Cellini (1500-1571), uraufgeführt 1838 in Paris, steigt im November auch in Bonn. Das bestätigt der Bonner Vize-Generalintendant Andreas K. W. Meyer gegenüber EXPRESS. „Ja, wir spielen das Stück. Wir haben schon viel früher damit geplant als die Kölner.“

Kölns Opernintendantin Birgit Meyer ist wenig begeistert. „Das wusste ich nicht“, sagt sie, als EXPRESS ihr vom Operndoppel erzählt. „Auch der Verlag hat uns nicht mitgeteilt, dass das Stück gleichzeitig in Bonn aufgeführt wird. Darauf achten wir nämlich.“
Da Berlioz schon mehr als 70 Jahre tot ist, müssen die Opernhäuser nicht die Verlage fragen. Bonn übernimmt mit eigenem Ensemble den „Cellini“ der Oper Nürnberg von 2008.

Brigitta von Bülow, Vize-Fraktionschefin der Kölner Grünen: „Dass die Kölner Oper eine ganz besonderes Stück für Ihre Wiedereröffnung gewählt hat, sollte nicht durch die Bonner konterkariert werden.“ Die Kölner CDU-Kulturpolitikerin Karin Reinhardt: „Warum spricht man sich bei so einem Stück nicht ab?“, fragt sie. „Der »Cellini« ist ja nicht gerade ein Klassiker auf den Opernbühnen dieser Welt. Dass ihn beide Häuser spielen, ist schlecht für das Publikum im Einzugsgebiet.“

Bei der Planung lasse sich keiner in die Karten gucken, sagt Meyer (Köln), aber: „Wir arbeiten mit Roth und einem Berlioz-Experten an einer eigenen Fassung, die sich an der Urfassung orientiert, und werden auf Französisch spielen. Das wird glanzvoll! Meyer (Bonn) meint: „Ist doch gut – dann kann das Publikum beide Produktionen vergleichen.“