Empfehlen | Drucken | Kontakt15.03.2010 - 17:43 Uhr

Doppel-Selbstmord von Rath: Warum riss er seinen Sohn mit in den Tod?

Von DIMITRI SOIBEL, OLIVER MEYER und PETER KÄSMACHER
Foto: ddp

Ein 33-Jähriger fesselt sich und seinen Sohn, geht dann mit ihm ins Wasser, ertränkt sich und das Kind. Welche Verzweiflung muss wohl den Vater zu dieser Wahnsinnstat (EXPRESS.DE berichtete) getrieben haben? Warum nahm er seinen unschuldigen Sohn mit in den Tod? Fragen, die in den nächsten Tagen geklärt werden müssen.

Es sieht alles so friedlich aus, fast wie auf einem Picknick-Platz. Ein Fahrrad, eine Decke und ein Mobiltelefon liegen an dem Baggersee am Hüttenweg in Neubrück. Im Sommer wird hier heimlich gebadet. Jetzt ist alles ruhig.

Gegenstände liegen an der Uferböschung. Und genau das macht am Montagmorgen Spaziergänger stutzig. Es ist gegen 9.30 Uhr, als eine Zeugin die die Polizei anruft.

Nach wenigen Minuten sind die Beamten vor Ort, blicken über die Wasserfläche. Sie rufen Taucher der Feuerwehr zur Hilfe. Die werden schnell fündig. Noch in Ufernähe machen sie einen grausigen Fund. Im Wasser treiben zwei Leichen.

Leichenfund am Baggersee
Bildergalerie ( 11 Bilder )

Dass es kein Unfall war, ist den Beamten schnell klar. Denn die beiden Leichen sind an der Hüfte und den Knien gefesselt. Es sind die Leichen eines Erwachsenen und eines Kindes. „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen handelt es sich dabei um die Leiche eines 33-Jährigen Mannes und seines 9-Jährigen Sohnes“, so die Polizei-Sprecherin Nadine Perske.

Und weiter: „Wir gehen davon aus, dass der Mann sich gemeinsam mit seinem neunjährigen Sohn im Baggersee ertränkt hat. Die Leichen weisen keinerlei äußeren Verletzungen auf.“

Noch laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Eines steht aber fest: Der von seiner Frau getrennt lebende Mann stammt aus Albanien. Er soll nach EXPRESS-Informationen Beqir mit Vornamen heißen. Seinen Sohn Dimi hat nach ersten Vermutungen am Wochenende bei der Mutter, die in Neubrück wohnt, abgeholt. Das Sorgerecht liegt nach EXPRESS-Informationen bei der Mutter, der Vater hatte Besuchsrecht.

Anscheinend täuschte er seinem Sohn vor, dass er mit ihm ein Picknick machen möchte. Der Junge schöpfte wohl bis zum letzten Augenblick keinen Verdacht. Bis zuletzt wehrte er sich nicht. Auch die Anwohner hörten keine Schreie. Ob ihm sein Vater Beruhigungstabletten verabreicht hat, soll die Obduktion klären.

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