Das Lied „O Tannenbaum“ wird Hans-Gerd (62) und Halina Köhler (52) in diesem Jahr kaum über die Lippen kommen – eher werden sie „O Schutzmauer“ singen: Die beiden bewachen die Metallwand am Rheinufer.
„Weihnachten fällt für uns ins Wasser“, sagt das Ehepaar. Hans-Gerd und Halina Köhler sind Mitarbeiter der Security-Firma „Agsus“. Die Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) hat die Firma engagiert, um die Hochwasserschutzwand zu bewachen. Denn bei den schweren Aluminium-Elementen kriegen Metalldiebe weihnachtliches Leuchten in den Augen.
„Insgesamt sind 45 Wachleute im Dreischichtdienst im Einsatz“, sagt Patrick Kluding als operativer Einsatzleiter der StEB.
Für die Köhlers, die aus St. Augustin kommen, war der Einsatz selbstverständlich: „Dienst ist Dienst“, sagen beide. „Es ist trotzdem schade, weil wir das gemeinsame Feiern des Weihnachtsfestes mit unseren zwei Töchtern und vier Enkeln verschieben müssen.“ Und zwar auf frühestens den 3. Januar, denn bis 2. Januar sind die Köhlers täglich auf ihrem Posten in Rodenkirchen und schieben Wache.
Die StEB will den Wachleuten Leckereien vorbeibringen. Und die Security-Firma zahlt ihren Mitarbeitern im Schutzwand-Wachdienst einen Weihnachtszuschuss.
Na denn: Frohes Fest!
Bei 7,35 Meter stand der Kölner Pegel am Montagmorgen. Über Weihnachten könnte der Pegel auf acht Meter, am nächsten Wochenende sogar auf neun Meter steigen. Derzeit sind 650 Meter der 10,7 Kilometer langen Schutzwand-Elemente aufgebaut. Personal und Logistik für den Aufbau von 1000 Metern kosten rund 50 000 Euro, die Bewachungskosten kommen hinzu.
Die Wand schützt vor allem die Altstadt bis 11,30 Meter Pegel.
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