Das Erzbistum Köln bestreitet, dass seine Krankenhäuser gynäkologische Untersuchungen zur Spurensicherung bei einem Vergewaltigungsverdacht verweigern sollen. Das sei absolut nicht so, stellte Christoph Heckeley, Sprecher des Erzbistums, am Donnerstag klar.
Falls zwei katholische Krankenhäuser dies doch getan hätten, so wie dies in einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeiger“ beschrieben werde, widerspreche dies der offiziellen Linie. „Das bedauern wir dann sehr“, sagte Heckeley.
Das einzige, was katholische Krankenhäuser nicht tun dürften, sei die Verschreibung der „Pille danach“. „Die Pille danach hat eine abtreibende Wirkung“, sagte Heckeley. Abtreibungen nähmen katholische Ärzte unter keinen Umständen vor, da sie werdendes Leben zerstörten.
Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete am Donnerstag, dass sich zwei Krankenhäuser in Köln geweigert hätten, eine junge Frau gynäkologisch zu untersuchen, um Spuren einer möglichen Vergewaltigung zu sichern. Die 25-Jährige war demnach offenbar bei einer Party mit K.o.-Tropfen betäubt worden und erst einen Tag später auf einer Parkbank wieder zu sich gekommen.
Nach Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ wurde die Frau mit der Begründung abgewiesen, gynäkologische Untersuchungen zur Beweissicherung seien seit zwei Monaten untersagt, weil damit ein Beratungsgespräch über die mögliche Schwangerschaft und deren Abbruch verbunden sei.
Die Stiftung der Cellitinnen, zu der die beiden Krankenhäuser gehören, teilte am Donnerstag in einer Stellungnahme mit, in dem Fall sei es „vermutlich zu einem Missverständnis“ gekommen.
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