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Untreue-Prozess: Schöne Richterin urteilt über Oppenheim-Esch

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Richterin Sabine Grobecker (50).
Richterin Sabine Grobecker (50).
Foto: Estermann
Köln –  

Sabine Grobecker (50) hat im Kölner Justizpalast viele Verehrer. Rechtsanwälte nennen sie „die Schönheitskönigin“. Die Richterin trägt gern kurze Röcke und sexy Abendkleider. In ihrer Studienzeit posierte sie sogar für einen großen Versandhaus-Katalog.

Doch in neun Tagen geht’s nicht um Reize, sondern knallharte Finanzgeschäfte. Dann leitet Grobecker den spektakulären Untreue-Prozess gegen Bauunternehmer Josef Esch (56) und den ehemaligen Vorstand von Sal. Oppenheim: das Model und die Banker.

Sie hat zwei Söhne, ist mit dem Geschäftsleiter eines Münchner Elektronikunternehmens liiert und seit 1993 im Gerichtsbezirk Köln als Richterin aktiv. Erst kürzlich übernahm Sabine Grobecker (geboren in Hannover) den Vorsitz der 16. großen Strafkammer am Kölner Landgericht. Und erwischte gleich einen Hammer.

Grobecker muss sich mit fünf ausgebufften Finanzjongleuren auseinandersetzen, und einer Schar von topbezahlten Anwälten, die schon Klaus Zumwinkel (Deutsche Post), Josef Ackermann (Deutsche Bank) vertraten – oder auch Tennis-Legende Boris Becker in seinem Steuerstrafverfahren.

Für die Banker wird es eng: Mit krummen Geschäften sollen die ehemaligen Vorstände Matthias Graf von Krockow (63), Dieter Pfundt (60), Christopher Freiherr von Oppenheim (47) und Friedrich Carl Janssen (68) die Kölner Privatbank an die Wand gefahren haben.

Nur der Verkauf an die Deutsche Bank bewahrte Sal. Oppenheim vor dem Ruin. Mit auf der Anklagebank sitzt Bauunternehmer Josef Esch. Mit Immobilienfonds sicherte er Sal. Oppenheim einst bis zu 50 Prozent des Jahresertrags.

Die ehemaligen Spitzenmanager sollen durch illegale Kreditvereinbarungen einen Gesamtschaden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht haben. Ab dem 27. Februar geht es um eine Villa in Marienburg, die von der Witwe des 2005 verstorbenen Alfred von Oppenheim bezogen worden sein soll. Sal.

Oppenheim soll das Haus für zehn Millionen Euro saniert und nur eine geringe Miete verlangt haben.

In einem weiteren Fall soll die Bankführung wissentlich eine um mehr als eine Million Euro überhöhte Miete für ein Bürohaus am Rhein bezahlt haben. Eigentümer war ein Immobilienfonds, an dem Christopher von Oppenheim selbst beteiligt war.

Gesellschafter war Josef Esch. Ebenfalls angeklagt: Ein mutmaßlicher 70-Millionen-Euro-Betrug um eine Büroimmobilie in Frankfurt.

Ob die Banker ihren Kopf noch einmal aus der Schlinge ziehen können? Es drohen mehrere Jahre Haft. Eins ist sicher: Die Verteidiger werden tief in die juristische Trickkiste greifen. Und versuchen, die schöne Richterin Sabine Grobecker aus der Reserve zu locken.

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