Viele städtische Mitarbeiter fühlten sich überbelastet, ausgebrannt, alt. Mit einem ungewöhnlichen Hilferuf wenden sie sich jetzt an Oberbürgermeister Jürgen Roters. Und lassen ihn alt aussehen.
Help Jürjen! – so heißt es derzeit auf Flugblättern in den Dienstgebäuden. Zu sehen ist dort auch ein gealteter und gefalteter OB. Dabei ist der „Hauptsekretär Jürjen“ mit den Altersflecken auf dem Plakat erst 38 Jahre alt. Doch nach zwei Jahren im Dienst der Stadt sei er ausgebrannt.
Vor einigen Tagen hatte die Gewerkschaft Komba diese Aktion angekündigt, jetzt hat sie den Dino-OB, erstellt mit entsprechenden Programmen am Computer, in die Schaukästen gehängt. Nicht gerade ein Kompliment..? „Die Verfremdung des Bildes von OB Roters soll keine Verunglimpfung sein“, hieß es prompt aus dem Regionalbüro.
Roters, im wahren Leben kürzlich 63 Jahre alt geworden, sieht das Dino-Bild von ihm jedenfalls locker und er habe es mit einem Schmunzeln quittiert. Allerdings ist der Anlass ernst.
Komba als Vertretung für Beschäftigte bei der Stadt will damit Missstände anprangern. So alt wie der OB auf dem Plakat aussieht, fühlten sich viele: immer mehr Aufgaben, immer weniger Kollegen, Einstellungsstopp, Sparzwang. 340.000 Überstunden, die Belastung sei enorm, der Krankenstand auch. Von 17.000 Mitarbeitern seien täglich 1.200 krank. Die Gewerkschaft fordert: So kann es nicht weitergehen!“
Soll es auch nicht. Stadtdirektor Guido Kahlen suche mit der Gewerkschaft intensiv nach Lösungen. So soll auch die „betriebliche Gesundheitsförderung“ wesentlich verstärkt werden.
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