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Unfassbar!: Steuer jagt toten Jean Löring

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Der ehemalige Fortuna-Boss Jean Löring  (2005)
Der ehemalige Fortuna-Boss Jean Löring (2005)
 Foto: dpa
Köln –  

Die Stadt hat dafür gesorgt, dass am Südfriedhof der Weg zu seinem Grab beschrieben wird.

Bei der Stadt wird diskutiert, das Südstadion nach Jean Löring zu benennen. Auch bei der Stadt ist also bekannt, dass der legendäre ehemalige Präsident der Kölner Fortuna tot ist, gestorben am 6. März 2005.

Das Schreiben des Kölner Kassen- und Steueramts an „Herrn Hans Löring“ vom 5. Januar 2010
Das Schreiben des Kölner Kassen- und Steueramts an „Herrn Hans Löring“ vom 5. Januar 2010

Dennoch drohte die Stadt – mit Briefkopf „Der Oberbürgermeister“ – Löring jetzt wegen einer Steuernachforderung von 36,63 Euro (!) bei Nichtzahlung u.a. „Kontenpfändung“ und sogar „Durchsuchung Ihrer Wohn-/Geschäftsräume, auch mittels gewaltsamer Öffnung“ an.

Erika Wirtz, (58), Lebensgefährtin seiner letzten sieben Jahre, fand das Schreiben im Briefkasten des Löring-Hauses an der Vorgebirgsstraße. „Ich dachte, mich beißt das Mäuschen“, sagte die Unternehmerin aus Burbach, „der Hans war ja wohl ein nicht ganz unbekannter Sohn dieser Stadt.“ Solch amtliche Briefe seien immer mal wieder gekommen, immer habe sie darauf hingewiesen, dass der Adressat verstorben sei. Reaktion: null.

Die Forderung an sich stammt aus Dierdorf im Westerwald, wo Löring „eine versumpfte Wiese“(Wirtz) besaß. Dafür berechnete die dortige Verwaltung auch seit 2006 noch Grundsteuer-Minibeträge unter zwei Euro, Mahngebühren kamen dazu, qua Amtshilfe wurde Köln eingeschaltet. Die hiesige Sachbearbeiterin, die den Betrag selbst am 14. Januar eintreiben wollte: „Das geht dann automatisiert.“ Inzwischen habe sie Dierdorf über den Stand der Dinge informiert.

Der neue Kölner OB Jürgen Roters wurde von der Sache naturgemäß überrascht, ließ dem EXPRESS mitteilen: „Ich werde mich darum kümmern, wir werden uns die Sache genau ansehen.“

Darum bittet auch Erika Wirtz: „Ich hab' sehr bedauert, als vor ein paar Jahren die Kölner Reiterstaffel abgeschafft wurde, die hätten mal besser den Amtsschimmel ausrangiert.“

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