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Unfall in Rösrath: Knochensplitter im Reifenprofil überführten Fahrer

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Mit einem Zelt wurde der Unfallort vor dem Schneefall geschützt. Heizstrahler machten schneebedeckte Spuren wieder sichtbar.
Mit einem Zelt wurde der Unfallort vor dem Schneefall geschützt. Heizstrahler machten schneebedeckte Spuren wieder sichtbar.
Foto: Diethelm Nonnenbroich
Rösrath –  

Sie haben ihn. Den Todesfahrer von Rösrath, der Weiberfastnacht die Karnevalistin Renate E. (†59) überfahren hatte.

Elf Tage und mehrere Hundert Stunden Ermittlungsarbeit liegen hinter den Polizisten. Tag und Nacht. Fahndung mit Hochdruck, jedes noch so kleine Detail kann entscheidend sein. Unsere Polizei: So akribisch wie die Stars in der Krimi-Serie „CSI Miami“.

Mit diesem 7,5-Tonnen-Laster ist Renate E. (†59) überrollt und tödlich verletzt worden.
Mit diesem 7,5-Tonnen-Laster ist Renate E. (†59) überrollt und tödlich verletzt worden.
Foto: Polizei RBK

Und so erfolgreich. Samstag, 9.2., 2 Uhr: Am Morgen nach dem Unfall richtet die Polizei eine Verkehrskontrolle kurz vor der Unfallstelle ein. Die elf Ermittler, die nur für diesen Fall abgestellt sind, konzentrieren sich auf Transporter und Lieferwagen (da ein solches Fahrzeug die tödlichen Verletzungen von Renate E. verursacht haben muss) und hoffen, dass der Unfallfahrer häufiger diese Strecke nimmt.

Samstag, 9.2., 3.40 Uhr: Ein weißer 7,5-Tonner fährt in die Kontrolle. Der Fahrer (48) aus dem Kreis Viersen liefert Brötchen für ein Bäckerei-Unternehmen aus. Er räumt ein, am Vortag die gleiche Strecke um diese Zeit gefahren zu sein. Er habe aber nichts von einem Unfall bemerkt.

Der Firmen-Laster hat ein integriertes GPS-System. Bei der Auswertung der Daten und einem Abgleich mit Videomaterial aus dem Unfallumfeld, sind sich die Kripobeamten sicher: Dieser Wagen war zur Unfallzeit vor Ort. Noch am gleichen Tag wird der Lkw der Spedition im Kreis Viersen sichergestellt und zum Kriminallabor zur kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) nach Mönchengladbach gebracht.

DNA-Analyse in der Rechtsmedizin: Kleinste Proben reichen.
DNA-Analyse in der Rechtsmedizin: Kleinste Proben reichen.
Foto: Rust

In den folgenden Tagen: Spezialisten nehmen sich den Laster Stück für Stück vor. Die Front ist unbeschädigt. Keine Spur eines Unfalls. Doch als sie die Reifen abmontieren und alles millimetergenau absuchen, werden sie fündig. Kleinste Knochensplitter und Blutpartikel im Reifenprofil und in den Ritzen des Unterbodens. Aber: Noch könnten diese auch von einer Kollision mit einem Tier stammen.

Dienstag, 19.2. Das Ergebnis der Obduktion von Renate E. liegt vor. Ein Abgleich der DNA ergibt: Es sind ihre Spuren, die unter dem Laster entdeckt worden sind. Der 48-jährige Fahrer wird erneut auf seiner morgendlichen Route angehalten und mit dem Ermittlungsergebnis konfrontiert. Er gesteht.

Ermittler: "Der LKW-Fahrer wirkte erleichtert, als es endlich raus war"

Alle Spuren, wie die Schlüssel des Opfers, mussten vom Schnee befreit und getrocknet  werden.
Alle Spuren, wie die Schlüssel des Opfers, mussten vom Schnee befreit und getrocknet werden.
Foto: Nonnenbroich

Rösrath Die Hauptakte des Falls ist über 200 Seiten dick. Jeder Fund, jede Verletzung, jeder Hinweis wurde ganz genau dokumentiert. Und die Beweislage ist eindeutig.

„Als wir den Viersener gestern Morgen mit den Ergebnissen unserer Ermittlungen konfrontiert haben, hat er den Tathergang im wesentlichen gestanden“, sagt Polizeisprecherin Claudia Kammann. Und weiter: „Ihm war die Erleichterung regelrecht anzusehen, als es endlich raus war. Er hat in den vergangenen Tagen wohl ziemlich große Gewissensbisse gehabt.“

Noch unklar ist, ob der 48-Jährige den Unfall hätte verhindern können. Die Spuren am Lkw zeigen, dass die stark alkoholisierte Frau schon auf der Straße gelegen haben muss, als sich der Lkw näherte. Auf den Fahrer kommt jetzt ein Verfahren wegen Unfallflucht, fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung zu.

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