Köln - Das ging richtig ab! Für eine Notfallübung von Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz trafen sich zwei echte Motorradgangs zur inszenierten Massensause mit anschließenden Ausschreitungen.
Und die wilden Männer der Gruppen „Mad Dogs“ (Verrückten Hunde, Rhein-Sieg-Kreis) und „Thunderbirds“ (Donnervögel, aus Wesseling) machten ihren Job so gut, dass es Rettungskräfte, die nicht in die Simulation eingeweiht waren, mit der Angst zu tun bekamen.
Schauplatz: Die verlassene, verschachtelte Fabrikruine der ehemaligen Norton-Werke in Wesseling. Wo früher Schleifpapier hergestellt wurde, sind die Banden eingebrochen, haben eine Drogenparty geschmissen - und schlagen sich jetzt die Köpfe ein, so das „Drehbuch“ . „In Wirklichkeit sind wir ganz friedlich“ meint „Mad Dog“ Balu (43).
Die angeschlagenen Männer, mit Knete und Kunstblut verunstaltet. torkeln davon, verlieren sich auf dem 200.000 Quadratmeter großen Gelände - und werden von 13 Kölner Spezial-Spürhunden, die bei torkelnden oder liegenden Personen anschlagen, gesucht.
Die Idee, für dieses Szenario echte Rocker zu engagieren, kam von Hundeführerin Dagmar Kreuz-Dörr: „Mein Schwager ist Mitglied der Mad Dogs, ihn habe ich gefragt- und die Gang beschloss, mitzumachen.“
Die Aktion sei „ganz toll“ gelaufen, weil bei den Einsatzkräften auch echte Nervosität aufkam. „Einige der Kollegen haben wir zunächst im Glauben gelassen, dass sie zu einem echten Einsatz gerufen wurden. Als die dann sahen, wie sich die Rocker mit den Feuerwehrmännern anlegten, waren sie schockiert.“ Den Acht-Stunden-Einsatz legten Rocker Balu und seine Kameraden für lau hin - war ja Ehrensache.
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