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Trotz Gewinn 2012: Hier verkündet der Lufthansa-Boss das Ende

Airline-Boss Dr.Christoph Franz

Airline-Boss Dr.Christoph Franz

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Florian Jocham

Köln -

Das Atrium der Lufthansa-Hauptverwaltung, Deutz-Mülheimer Straße, Mittwoch 10.30 Uhr. Begleitet von zwei Bodyguards geht Airline-Boss Dr. Christoph Franz (52) zum Rednerpult.

Doch sprechen kann er nicht. Die rund 400 Mitarbeiter stehen auf, halten sich an den Händen, recken sie in die Höhe, rufen: „Wir sind Lufthansa! Sie nicht!“

Wegen des Sparprogramms „Score“ (Ergebnis) wird der Konzern bis Ende 2017 die Kölner Hauptverwaltung schließen. Über 400 Arbeitsplätze in Buchhaltung, Personalwesen, Einkauf fallen weg. Als neue Standorte gelten München, Krakau. Mit viel weniger Arbeitsplätzen.

Das hatte der Mann (seit 1. Januar 2011 Konzern-Boss) mitzuteilen. Als sich die Kölner Kollegen wieder gesetzt haben, spricht er: „Ich hoffe, dass sie in der Lage sind, mit uns diesen schwierigen Weg zu gehen.“ Tränen fließen, Lufthansa-Fahnen werden geschwenkt, ein Baby wird auf dem Arm gehalten. Kurz nach 12 Uhr ist der Chef wieder weg. Und das alles bei einer knappen Milliarde Gewinn 2012.

Simone Menne, Finanzvorstand der Lufthansa: „Wir befinden uns in einer schweren Airline-Krise, das operative Ergebnis 2012 hat sich gegenüber 2011 nochmal verschlechtert.“ Sozialpläne müssten erst verhandelt werden.

Die Lufthansa hat seit dem 6. Januar 1953, also seit 60 Jahren, ihre Hauptverwaltung in Köln. Das Gebäude an der Deutzer Brücke wurde damals zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt. Hier wurden zuletzt überwiegend Abrechnungen und Buchungen verwaltet.