Empfehlen | Drucken | Kontakt05.06.2010 - 12:30 Uhr

Unglaublich!: Tröten-Verbot auf Fan-Partys

Von CHRIS MERTING
Foto: mheinekamp
Köln –  

Die Stadt tritt auf die Lärmbremse, für andere ist es die Spaßbremse. Zur Fußball-WM will Köln die südafrikanischen Tröten „Vuvuzelas“ verbieten. Die Blasinstrumente seien einfach zu laut.
Das bestätigte der Chef des Ordnungsamtes, Robert Kilp, auf Anfrage des EXPRESS.

Das Tröt-Verbot trifft Zehntausende Fußball-Fans besonders, die die Spiele vor der Lanxess-Arena im Freien verfolgen wollen. Kilp: „Wir werden dem Veranstalter des Public Viewing zur Auflage machen, dass der Sicherheitsdienst die Tröten bereits an den Eingängen einkassiert.“

Mit dem Platzverbot für die Afro-Tröten kommt die Stadt einer Empfehlung des Landes nach. NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) begründet den Vuvuzela-Erlass so: „Die hiervon ausgehende Gehörgefährdung für andere Besucher und das mögliche Übertönen von Notfalldurchsagen sprechen sehr deutlich gegen eine Benutzung in Menschenmengen.“

Auch bei den WM-Übertragungen in Biergärten, auf Plätzen oder am Aachener Weiher gelten klare Spielregeln. Robert Kilp: „Alle Geräte, die der Lärmerzeugung dienen, sind grundsätzlich nicht erlaubt.“ Das gelte besonders für Druckluft-Fanfaren, Hupen – und eben Vuvuzelas.

Der Ordnungsdienst werde während der WM unterwegs sein. Ab 22 Uhr (Nachtruhe) ist eh Schluss mit lustig. Ziel sei es aber nicht, Lärm-Knöllchen (35 Euro) zu schreiben, sondern auf die Einhaltung der Spielregeln zu achten.

Trötenverbot? Nicht in Bonn
So laut sind Vuvuzelas

Die Stadt Köln greift durch: Bei der Fußball-WM sind die südafrikanischen Signalhörner „Vuvuzela“ nicht erlaubt. Wer damit zu den Public Viewings geht, muss die lautstarken Krachmacher am Eingang abgeben.

Grund: Drohende Hörschäden und die Gefahr, das Notfalldurchsagen nicht gehört werden.

In Bonn, so erfuhr der EXPRESS, ist ein solches Verbot, das vom NRW-Umweltministerium empfohlen wird, nicht vorgesehen. Veranstalter Harder: „Ich weiß davon nichts.“

Der Begriff Vuvuzela stammt aus der Bantusprache und heißt „Lärm machen“. Stimmt!

Hier ein kleiner Lärm-Atlas:

Düsenjet 150 Dezibel
Vuvuzela 120
Kettensäge 110,
Disco-Lautsprecher 100,
vorbeifahrender Zug 80,
Hauptverkehrsstraße 75,
Staubsauger 70,
Streitgespräch mit der Ehefrau oder -mann 60,
Flüstern 30
Bei 120 Dezibel befindet sich die Schmerzgrenze.

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