Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.

Tritte, Schläge, Stromstöße: Kölner Gericht verurteilt drei brutale Hundequäler

Brutale Trainigsmethoden: Einsatz eines Teletaktgeräts auf einem Hundeausbildungsplatz.

Brutale Trainigsmethoden: Einsatz eines Teletaktgeräts auf einem Hundeausbildungsplatz.

Foto:

© PETA (Ausschnitt aus dem PETA-Undercover-Video)

Köln/Stuttgart -

Drei Hundequäler verurteilt! Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verurteilte das Amtsgericht Köln im März drei Mitglieder des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV) der Ortsgruppe Köln-Worringen zu Bußgeldern in dreistelliger Höhe.

Vereins-Vorsitzender verurteilt

Zwei der Täter hatten auf dem Vereinsgelände Hunde mit Elektroreizgeräten misshandelt, deren Einsatz in Deutschland verboten und mit erheblichen Leiden für die Tiere verbunden ist. Beim dritten Verurteilten handelt es sich um den Vorsitzenden der Ortsgruppe, der vom Einsatz der tierquälerischen Geräte wusste, jedoch nichts dagegen unternahm.

PETA führte Undercover-Recherche durch

PETA Deutschland e.V. hatte im Dezember 2013 bei der Staatsanwaltschaft Köln Anzeige erstattet. Die Tierrechtsorganisation hatte umfangreiche Undercover-Recherchen auf mehreren SV-Trainingsplätzen in ganz Deutschland durchgeführt.

Dabei dokumentierten die Ermittler in vielen Fällen Gewalt gegen Hunde, unter anderem durch Tritte, Schläge und Stromstöße mittels Teletaktgeräten. Infolgedessen stellte PETA von Juni bis Dezember 2013 insgesamt rund zehn Strafanzeigen – einige der Verfahren laufen noch.

Verurteilte leiteten zur Quälerei an

Neben dem Ortsgruppenvorsitzenden haben auch die beiden anderen Verurteilten innerhalb der Vereinsortsgruppe Ämter mit hoher Verantwortung. Sie arbeiten als Übungs- und Jugendwart und hatten selbst Hunde mit Elektrohalsbändern gequält. Zusätzlich sollen sie auch andere Vereinsmitglieder – darunter auch Minderjährige – zum Gebrauch der Stromreizgeräte angeleitet haben.

Offiziell spricht sich der Verein gegen die Nutzung von Teletaktgeräten aus, dennoch wird der Einsatz auf Hundeplätzen offensichtlich geduldet. Der Verein für Deutsche Schäferhunde e.V. ist dem Verband für das Deutsche Hundewesen(VDH) angeschlossen.

Was ist ein Teletaktgerät? 

Teletaktgeräte sind Elektroimpulsgeber. Sie bestehen aus einem Sender, den der Ausbilder in der Hand trägt, und einem Hundehalsband mit einem Funkwellenempfänger, der auf Knopfdruck elektrische Impulse unterschiedlicher Stärke erzeugt. So können Hunde über eine Distanz von bis zu 1.000 Metern per Stromstoß „bestraft“ werden.

Warum ist die Nutzung verboten?

Das Tierschutzgesetz verbietet den Einsatz von Elektroreizgeräten in der Hundeerziehung explizit, da Stromimpulse die Tiere erheblichem Leiden aussetzen. „Mit Stromstößen misshandelte Hunde erleiden schon beim Anlegen des Empfängerhalsbandes enormen Stress und Angst.“, so Rechtsanwalt bei PETA Deutschland e.V, Krishna Singh.

Auch wenn das Reizgerät nicht mit Stromstößen genutzt wird, kann der bloße Anblick des Teletaktgeräts von Hunden mit einem Schmerz- und Leidensgefühl in Verbindung gebracht werden.