Ein rosa Kindersitz am Rande der Landstraße 361. Zwei Wracks. Sie haben kaum noch Ähnlichkeit mit Autos. Es sind die stummen Zeugen eines grauenvollen Unfalls in der Nähe von Bedburg. Zwei Menschen starben.
Samstag gegen 14 Uhr steuert ein 19-jähriger mit seinem Peugeot 205 über die Landstraße Richtung Bergheim. Zwischen Bedburg und Glesch fährt vor ihm ein Auto. Er gibt Gas, setzt zum Überholen an. Obwohl er sich auf einer sehr langen Gerade befindet, sieht er wohl den entgegenkommenden Ford Mondeo nicht.
Darin sitzt eine vierköpfige Familie. Der Vater (42) und die Mutter (38) vorne, hinten der Sohn (16) und die Tochter (2) auf dem Kindersitz. Sie haben keine Chance auszuweichen. Frontal stoßen die beiden Fahrzeuge zusammen.
„Das war ein einziges Splitterfeld als wir am Unfallort eintrafen“, so einer der Polizeibeamten vor Ort. „Man konnte gar nicht mehr sagen, welches Wrackteil zu welchem Fahrzeug gehört.“
Der 19-jährige Unfallverursacher war sofort tot. Sein Fahrzeug völlig zerfetzt. Im ebenfalls total zerstörten Ford war die Familie eingeklemmt. Nur der Sohn konnte sich befreien.
Unfassbar: Laut Zeugen kletterte er aus dem Fahrzeug, trug sogar den Kindersitz mit seiner Schwester heraus, stellte ihn an den Rand der Straße.
Feuerwehr und Sanitäter treffen ein, ein Polizeihubschrauber und zwei Rettungshelikopter überfliegen die Unfallstelle. Doch die eintreffenden Sanitäter können das kleine Mädchen trotz Reanimations-Versuchen nicht retten.
Die übrigen Familienmitglieder kommen mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser in Aachen und Bergheim. Die L 361 war bis 17.30 Uhr gesperrt.
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