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Todesdrama im Zoo : Ruth K. starb durch „verhängnisvolles Versehen“

Altai (links) brach aus seinem Gehege aus, biss eine Pflegerin tot. Das Foto zeigt ihn mit Hanya, mit ihr zeugte das Tier im letzten Jahr drei Babys.
Altai (links) brach aus seinem Gehege aus, biss eine Pflegerin tot. Das Foto zeigt ihn mit Hanya, mit ihr zeugte das Tier im letzten Jahr drei Babys.
Foto: dapd
Köln –  

Das tödliche Tiger-Drama im Kölner Zoo – wie konnte es passieren? „Altai“ brach aus seinem Gehege aus, tötete eine Pflegerin, wurde dann von Zoo-Direktor Theo Pagel erschossen. „Das ist der schwärzeste Tag in meinem Leben“, sagte Pagel zum EXPRESS. Und es war auch ein denkbar tragischer Tag für den Kölner Zoo.

Gehege nicht richtig verschlossen

Offenbar geschah das Unglück durch einen menschlichen Fehler: Ruth K., die von Tiger „Altai“ zu Tode gebissen wurde, hatte nach bisherigem Kenntnisstand das Gehege des gefährlichen Tigers nicht richtig verschlossen. Im Zoo geht man laut offizieller Mitteilung davon aus, dass es die 43-Jährige „vor Beginn der täglichen routinemäßigen Reinigungsarbeiten“ versäumt habe, den Tiger ordnungsgemäß einzusperren.

Zoodirektor Theo Pagel erschoss das Tier nach dem Ausbruch.
Zoodirektor Theo Pagel erschoss das Tier nach dem Ausbruch.
Foto: Wördenweber

„Wir können uns derzeit nicht erklären, warum der erfahrenen Pflegerin ein derart verhängnisvolles Versehen unterlaufen konnte“, sagt Zoodirektor Theo Pagel. Doch es passierte – und „Altai“ konnte sich befreien.

Er lief in ein nahegelegenes Wirtschaftsgebäude, fiel dort Ruth K. an, biss in den Hals der Frau. Für sie kam jede Hilfe zu spät: Nachdem eine Kollegin die leblose Ruth K. entdeckt hatte, kam sie ins Krankenhaus. Ärzte kämpften um ihr Leben – vergeblich.

Zoodirektor erschoss Tiger

Auch „Altai“ kam ums Leben: Nach dem Ausbruch des Sibirischen Tigers griff Zoo-Direktor Theo Pagel zur Waffe: Er schoss mit einem Großkaliber-Gewehr auf das Tier, tötete „Altai“, um eine weitere Gefahr zu vermeiden.

Laut Zoo bestand für weitere Beschäftige und Besucher zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr, trotzdem wurde das komplette Gelände vorübergehend evakuiert. Ab etwa 13 Uhr konnten Besucher den Zoo wieder wie gewohnt besuchen – doch die weitere Tagesplanung wurde geändert: Eigentlich sollte Samstagabend die große Sommernacht im Zoo steigen, diese wurde „mit Rücksicht auf die Angehörigen und Beschäftigten“ abgesagt, so der Zoo.

Bereits gekaufte Karten können zurückgegeben werden, der Zoo will nähere Informationen auf der Homepage bekanntgeben.

Sibirischer Tiger

Der Sibirische Tiger gilt als eine der größten Katzen der Welt. Er kann eine Körperlänge von 2,80 Meter und ein Gewicht von über 250 Kilogramm erreichen und hat eine Lebenserwartung von bis zu 20 Jahren.

Wie alle Unterarten des Tigers ist auch der Sibirische Tiger in freier Wildbahn von der Ausrottung durch den Menschen bedroht. Heute überleben etwa 200 Sibirische Tiger in einem einzigen Schutzreservat im Amur-Ussuri Gebiet in Sibirien. In Zoos sind Sibirische Tiger jedoch häufig vertreten. Durch gezielte Zuchtprogramme wird die Zoopopulation weiter aufgebaut. Die Zahl der in den Zoos der Welt gehaltenen Sibirischen Tiger übersteigt heute 1000 Tiere.

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