Die Sparkasse Köln-Bonn kommt aus den negativen Schlagzeilen nicht heraus. Tief rot sind die Zahlen, die Sparkassen-Vorstand Artur Grzesiek (56) Mittwoch mit einem freundlichen Lächeln auf dem Jahrespressegespräch des größten rheinischen Geldinstituts präsentierte.
Das Geschäftsjahr 2009 schloss die Sparkasse mit einem dicken Verlust ab – ein Fehlbetrag von 113,1 Millionen Euro steht in den Büchern. Damit verfehlte sie ihr Ziel deutlich, nach drei Jahren mit Verlusten wieder ein zumindest ausgeglichenes Ergebnis zu zeigen.
„Das ist keine schöne Zahl, da gibt es nichts zu beschönigen“, so Grzesiek. Ein Jahr zuvor hatte die zweitgrößte deutsche Sparkasse noch 198 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet. Im nächsten Jahr ist eine „schwarze Null“ das Ziel.
Deshalb will der Sparkassen-Boss jetzt rigoros sparen. Und Filialen schließen. 22 Geschäftsstellen werden aufgelöst, an einigen bleiben Geldautomaten stehen. Auch bei den Stellen soll es harte Einschnitte geben. Bis 2014 sollen 1.000 Stellen wegfallen. Im Jahr 2007 waren noch 3.943 Menschen bei der Sparkasse beschäftigt. 2014 sollen es nur noch 2980 Stellen sein. Grzesiek schloss aber betriebsbedingte Kündigungen aus.
Woran der hohe Verlust liegt, ist klar: Die Sparkasse hat sich vor allem mit Beteiligungen verspekuliert. „Solange ich hier zu sagen habe, wird es keine riskanten Beteiligungen mehr geben“, so der Vorstand.
Beraterverträge kommen auf den Prüfstand: „Wenn keine Gegenleistungen erbracht wurden, fordern wir Geld zurück“, so Grzesiek. Gegen Ex-Bürgermeister Jupp Müller und Ex-Vorstand Gustav Adolf Schröder hat die Sparkasse im Dezember Klagen beim Kölner Landgericht eingereicht. Zu Ermittlungen gegen Prof. Rolf Bietmann wollte er sich nicht äußern.
Obendrein musste die Sparkasse die wackelige WestLB stützen. Sie muss mit 53 Millionen Euro für die Verluste der Landesbank einstehen.
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