Die Rechtsanwaltskammer Köln hat in den vergangenen Jahren für ihre festen Mitarbeiter zu wenig Steuern und Sozialabgaben gezahlt. Das ist das Ergebnis einer Lohnsteuerprüfung.
Über mehrere Wochen stellten Außenprüfer des Finanzamtes die Buchhaltung der Rechtsanwaltskammer an der Riehler Straße auf den Kopf. Dabei bestätigte sich der Verdacht.
Hintergrund: Bestimmte Zahlungen in die Versorgungskasse für alle fest angestellten Mitarbeiter sind lohnsteuer- und sozialabgabenpflichtig. Die wurden aber nicht abgeführt.
Martin Huff, Geschäftsführer der Kölner Kammer: „Es stimmt. Das hat hier bei den Mitarbeitern für erhebliche Unruhe gesorgt. Allerdings ist uns der Fehler bei der Prüfung der Jahresabschlüsse selbst aufgefallen“, sagt er gegenüber EXPRESS. Nach Schätzungen des Steuerberaters der Anwaltskammer wird sich die Nachzahlung, die in Kürze fällig wird, auf 190.000 Euro belaufen.
Allerdings kann die Kammer das bezahlen. Huff: „Wir werden das Geld aus den Rücklagen entnehmen.“ Die belaufen sich auf mehr als 2,5 Mio Euro. Grund: Die Kammermitgliedschaft ist für alle Rechtsanwälte im OLG-Bezirk Pflicht.
Bei der nächsten Kammerversammlung in Aachen am 24. März wird der Steuerskandal Thema sein. Da soll auch über eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge abgestimmt werden.
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