Köln - Der KVB-Attentäter von Hürth ist ein Neo-Nazi: Ronny H. (21, Name geändert) schmiss am 31. Oktober mit Steinen die Scheiben der Linie 18 ein, verletzte einen Fahrgast (38) schwer.
Es war der traurige Höhepunkt im Leben von Ronny H., der sich seit Jahren auf den Straßen Kölns rumtrieb, Mist baute. „Mein Mandant wollte die Bahn nicht treffen“, sagt sein Anwalt Michael Lang.
Doch dass die Stein-Attacke in Hermülheim ein Versehen war, das nimmt ihm die Staatsanwaltschaft nicht ab. Hinweise aus der Bevölkerung hatten zur Festnahme Ronnys geführt, bis zum Prozess im nächsten Jahr wird er in U-Haft sitzen.
Die Schonfrist vor Gericht ist für Ronny jedenfalls vorbei. Da er im Juli 21 wurde, wird er nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Wegen gefährlicher Körperverletzung droht ihm noch vor dem Brühler Amtsgericht eine mehrjährige Haftstrafe. „Wir streben eine Bewährungsstrafe an“, sagt sein Anwalt.
Doch ob er die bekommen kann, ist fraglich. Ronny hat keinen festen Wohnsitz, trieb sich „mal hier, mal da“ rum, wie er selber sagt. Mit 17 Jahren kam er von Rostock nach Köln, wohnte in einer betreuten WG. Als er da rausflog, rutschte er ab. Falsche Freunde brachten ihn in die rechte Szene.
Rudolf Heß war sein Idol, Ronnys Bomberjacke zeigte die Zahl 88, die in der Szene für „Heil Hitler“ (zweimal der achte Buchstabe des Alphabets) steht. Weil er die Jacke im März 2007 im Stadion trug, wurde er gestern vom Kölner Jugendgericht erstmal zu zwei Wochen Arrest verurteilt.
Auch ein Gewaltakt gegen seine Verlobte (22) wurde gestern verhandelt. H. soll gedroht haben, die Frau vom Balkon zu schmeißen. Weil sie vor Gericht schwieg, wurde dieses Verfahren jedoch eingestellt.
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