Die komplette Restaurierung der Bestände des zerstörten Kölner Stadtarchivs wird nach Schätzung der Stadt zwischen 300 und 500 Millionen Euro kosten!
Diese Summe beinhalte auch die Sicherung, Zusammenführung und Digitalisierung des Archivguts, sagte Kulturdezernent Georg Quander am Donnerstag in Köln. Hinzu kommt der bereits vom Stadtrat beschlossene Bau eines neuen Archivgebäudes für 97 Millionen Euro.
Der Großteil der Restaurierungskosten soll über eine Stiftung finanziert werden, an der sich nach dem Willen der Stadt auch das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund beteiligen sollen. Die Gründung steht aber noch aus. Das Land wolle Mitte Januar darüber entscheiden, ob es in die Stiftung einsteigt, sagte Quander.
Von der Versicherung seien voraussichtlich rund 60 Millionen Euro zu erwarten, weitere fünf Millionen Euro kommen von der Stadt.
Die geretteten Dokumente sind zurzeit auf 19 Archive in ganz Deutschland verteilt. Bis es einen vollständigen Überblick darüber gibt, welche Stücke in welchem Zustand noch vorhanden sind, werde es drei bis fünf Jahre dauern, schätzt Archivleiterin Bettina Schmidt-Czaia. Etwa zehn Prozent der Archivgüter liegen noch in der Unglücksgrube und sollen im Laufe der Zeit geborgen werden.
Der Fachbeirat sprach sich dafür aus, bis zur voraussichtlichen Fertigstellung eines neuen Gebäudes ein provisorisches Archiv mit zwei Standorten zu errichten. In einem Haus in der Kölner Innenstadt sollen die Verwaltung und ein Lesesaal untergebracht werden und in einer Halle am Stadtrand ein Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum.
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