Köln - Da miaut etwas, da ist ein getigertes Köpfchen, zwei Vorderpfoten. Sie ragen aus dem Trümmerberg des Stadtarchivs. Es ist Montag, kurz nach 15 Uhr. 34 Tage nach dem Einsturz.
Oberfeuerwehrmann Alexander Hinze (20) ist gerade mit seinem Kollegen Stefan Lorscheid (20) dabei, Trümmer zu bergen. Er entdeckt das Kätzchen, berührt es.
Es bewegt sich, es lebt! Das eingeklemmte Tier im Schutt ist Kater Felix (12). „Ein Kämpfer“, wie sein glückliches Frauchen sagt.
Behutsam streichelt Andrea Schröder (34) das abgemagerte Tier. Sie sagt: „Ich hab‘s im Gefühl gehabt, dass Felix nicht tot ist.“
Der Kater wohnte bei Andreas Eltern im Haus Severinsstraße 220, das am 3. März mit einstürzte. Die Eltern konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Felix nicht. „Er schlief zur Unglückszeit auf dem Schlafzimmerbett.“
Später plakatierte Andrea rund um die Unglücksstelle Zettel mit Fotos. „Kater Felix vermisst. Bitte melden!“ Dazu die Handynummer. „Wegen der Aushänge war es nicht schwer, das Tier zu identifizieren“, sagt Feuerwehrsprecher Dr. Daniel Leupold. Die Retter riefen an. Andrea eilte sofort zum Trümmerhaufen.
Fassungslosigkeit, Freudentränen: Felix (lat. der Glückliche) hat überlebt. Die Retter haben ihn in einen Karton gelegt. Doch wie konnte das Tier so lange durchhalten?
Die Tierkunde weiß: Unsere Katzen stammen von der ägyptischen Falbkatze ab, sind also ursprünglich Wüstentiere. Und vielleicht hat Felix auch Regenwasser abgekriegt.
Andrea fuhr als erstes zum Tierarzt. Der stellte Unterkühlung fest, gab Aufbauspritzen. Felix‘ Gewicht ist von vier auf ein Kilo runtergegangen. „Aber er hat keine Brüche oder andere Verletzungen. Er ist noch etwas wacklig auf den Beinen.“
Für Andrea geht das Hoffen jetzt noch weiter: Ihre Katze Cleo (12) wird weiter vermisst. Zwei junge Männer starben unter den Trümmern. Aber Felix‘ Rettung darf man trotzdem als schönes kleines Wunder feiern.
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