Bei der Suche nach der Ursache und nach den Verantwortlichen für den Einsturz des Stadtarchivs hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ausgeweitet. Das bestätigte ein Sprecher der Firma Bilfinger Berger, die zu der Arbeitsgemeinschaft zum Bau der Nord-Süd-U-Bahn gehört.
Anlass ist, dass brisante Messprotokolle aufgetaucht sind. Dabei soll es nach EXPRESS-Informationen um Messungen an jener Schlitzwand in der Baugrube Waidmarkt gehen, die defekt gewesen seien soll und somit als wahrscheinlichste Ursache für die Katastrophe gilt.
„Die Vorwürfe stehen aber ausdrücklich nicht im Zusammenhang mit der Ursache des Archiveinsturzes“, sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld.
Die Werte der Schlitzwand-Lamelle an der Unglücksstelle sollen laut Protokoll ausgesprochen gut gewesen sein. Was Experten noch stutziger machte: Diese Werte stimmten mit den Messwerten einer anderen Schlitzwand-Lamelle an ganz anderer Stelle exakt überein. „Dies ist völlig ausgeschlossen“, so ein Insider. Das wäre so, als ob zwei Menschen völlig identische Fingerabdrücke hätten.
Wurden die Messprotokolle absichtlich gefälscht? Die Staatsanwaltschaft veranlasste bereits Hausdurchsuchungen auch in Wiesbaden und München und ermittelt nun gegen mehrere Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft wegen des Verdachts der Fälschung technischer Unterlagen.
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