Bei der Archäologischen Zone bleibt die Stadt auf 271.000 Euro Grabungskosten sitzen, weil Dr. Sven Schütte als Chef des Millionenprojekts Förderanträge unvollständig eingereicht hat. Das fand EXPRESS raus.
Es begann 2007 mit „Voruntersuchungen“ zu den Grabungen am Rathaus. Kosten: 64.000 €. Die Summe wurde beim Bauministerium zur Förderung beantragt. Doch wie in Köln üblich, wurde es teurer, um 271 000 Euro. Ein neuer Antrag wurde gestellt. Und abgelehnt – nachdem Schütte vom Ministerium zigfach aufgefordert worden war, Unterlagen, Skizzen und Belege nachzureichen.
„Der Antrag war nicht bewilligungsfähig, weil wichtige Unterlagen nicht eingereicht worden sind“, bestätigt auch Oliver Moritz, Sprecher der Bezirksregierung als Bewilligungsbehörde. Peinlich genau habe die Behörde dokumentiert, wie oft bei Schütte vergebens angemahnt worden sei.
Kulturdezernent Georg Quander schaltete sich ein und fragte, ob die 271.000 € in einem späteren Antrag nochmal eingesetzt werden könnten, so Stadtsprecher Gregor Timmer. Im März 2009 – Fritz Schramma (CDU) war damals noch OB – wurde endgültig abgelehnt.
Schütte und Quander weigerten sich am Dienstag, gegenüber EXPRESS dazu Stellung zu nehmen. „In einem abschließenden Förderverfahren wurden zwei Millionen Euro beantragt und 1,6 Millionen Euro bewilligt. Das ist mehr als üblich, also ist der Stadt kein Schaden entstanden“, erklärte Stadtsprecher Timmer in Quanders Auftrag.
„Absurd“, nennt das Moritz. „Die 1,6 Millionen hätten wir ja schließlich auch dann bewilligt, wenn wir die 271.000 Euro damals hätten zahlen können. Es bleibt also bei dem finanziellen Schaden, und den hat allein die Stadt zu verantworten.“
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