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Sie war damals 17: Kölner Nacktmodell verklagt jetzt Fotografen

kkk

Um dieses Foto geht es. Es hing auch in Ausstellungen. Außer Melanie S. (von uns unkenntlich gemacht) waren alle Fotografierten damals über 18 Jahre alt.

Foto:

Archiv

Duisburg/Köln -

Sie war sein Modell und sie sah gut aus. So gut, dass ihr Foto es bis auf seine international beachtete Ausstellung in Amsterdam schaffte.

Das ist Jahre her – und jetzt verklagt eine Kölner Studentin den Duisburger Fotografen Gerrit Starczewski, fordert Schmerzensgeld. Sein Problem: Sie war zum Zeitpunkt, als das Foto entstand, minderjährig – und nackt.

Lob für seine Bilder

Er formiert Herzen, Peace-Zeichen oder Kreise – aus nackten Menschen. Mit Sex habe das nichts zu tun, betont Star-Fotograf Gerrit Starczewski (29, u.a. „Rolling Stone“) aus Duisburg. „Wer sich auszieht, macht sich von Schönheitsidealen frei, spürt buchstäblich Freiheit“, sagte er dem EXPRESS.

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Gerrit Starczewski fotografiert solche menschlichen Herzen.

Foto:

Bernd Peters

Mit seinen „Naked Heart“-Aktionen auf Musik-Festivals hat er sich tatsächlich einen Ruf als Künstler erarbeitet. Seine Motive wurden auf diversen Ausstellungen gezeigt, beispielsweise in Amsterdam. Pop-Stars wie Beth Ditto oder Pete Doherty lobten seine Bilder.

Eines seiner Nacktmodelle auf dem „Appletree Garden Festival“ 2013 war die Kölner Studentin Melanie S. (heute 21, Name geändert). Die hat ihn jetzt verklagt – was er nicht versteht. Melanie sei mit dem Foto einverstanden gewesen, betont er.

„Sie half mir bei der Aktion, verteilte Flyer. Deshalb habe ich ihr auch vertraut, als sie mir sagte, dass sie volljährig sei.“ Sie habe damals behauptet, „schon 23 Jahre alt“ zu sein.

Prozess um Schmerzensgeld

Im Nachhinein bedankte sich das Modell sogar in Emails bei ihm, die er dem Gericht vorlegt.

Trotzdem bleibt die Frage, was höher wiegt: Ihre Persönlichkeitsrechte oder die Kunstfreiheit des Fotografen. Wichtige Frage dabei: Konnte Melanie trotz ihrer Minderjährigkeit einschätzen, worum es in dem Projekt ging?

Der erste Prozesstag vor dem Landgericht Duisburg endete am Montag schon nach 15 Minuten – nachdem klar wurde, dass Starczewski einen finanziellen Vergleich ablehnt. „Ich weiß ja, dass ich moralisch im Recht bin“, sagte er uns.

Am 27. März wird der Prozess fortgesetzt. Es  geht um Schmerzensgeld von mehreren Tausend Euro. „Sie hat noch mehr gefordert, astronomische Summen, das hat das Gericht schon angepasst“, so Starczewski.

Zeugen dafür, dass Melanie genau wusste, was sie tat und dass sie es gerne tat, habe er genügend.

Wie Melanies Version aussieht? Noch unklar. Ihre Anwältin teilte mit, „dass wir uns aus Anlass des laufenden Zivilverfahrens nicht äußern können“.