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Shoppen in der JVA Ossendorf Halbes Hähnchen auf die Zelle

Eine Zelle in der JVA Ossendorf. Häftlinge können sich Lebensmittel und andere Produkte hierhin liefern lassen.

Eine Zelle in der JVA Ossendorf. Häftlinge können sich Lebensmittel und andere Produkte hierhin liefern lassen.

Foto:

EXPRESS KOELN/ Wand Lizenz

Köln -

Was macht ein Häftling, wenn ihm das dröge Knast-Essen nicht schmeckt? Er bestellt sich einfach ein halbes Hähnchen auf die Zelle! In der JVA Ossendorf ist das tatsächlich möglich. Knackis können aus 500 Produkten auswählen. Shopping im Klingelpütz.

Ein Großhändler beliefert den Knast zweimal im Monat. Häftlinge, die ordern wollen, müssen einen Bestellzettel ausfüllen. Und hier gibt’s fast alles. Obst, Gemüse, Fleisch, Getränke oder Haushaltswaren. Geliefert wird in Tüten – die kontrolliert das Knastpersonal und bringt sie auf die Zellen.

„Die Grenze liegt beim Einkauf bei 210 Euro pro Monat“, berichtet Wolfgang Schriever, Vize-Leiter der JVA. Doch kaum ein Häftling reiche da ran. Kein Wunder: Wer im Knast arbeitet, verdient nur 11,64 Euro pro Acht-Stunden-Tag. Er oder sie muss dafür aber auch keine Haftkosten zahlen.

Die Preise sind marktüblich. Ein Päckchen Kippen etwa gibt’s für 4,80 Euro bis 5,20 Euro. Es gibt die Marken Marlboro, Gauloises, Lucky Strike und West und losen Tabak. Sehr beliebt sind auch Kaffee und Cola (es gibt nur Pepsi, keine Coke).

Wer sich das Hähnchen (1,99 Euro) bestellt, hat nur ein Problem: es ist roh. Um es zuzubereiten, können sich Häftlinge Kochplatten ausleihen. Tiefkühlgerichte wie Pizza fallen flach, da es keinen Ofen gibt.

Tabu ist Alkohol. Selbst Hefe dürfen die Häftlinge nicht ordern, weil man damit einen Gärprozess für selbstgebrannten Schnaps in Gang bringen könnte. Noch eine Beschränkung: Lippenstift, Nagellack oder Kajal dürfen ausdrücklich „nur Frauen!“ bestellen.

Und wem langweilig ist, der ordert sich ein Skat- (99 Cent) oder Rommé-Spiel (3,99 Euro).