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Express.de | Sexuelle Übergriffe: Weiter unklar: Welche Rolle spielten die fünf Festgenommenen?
05. January 2016
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Sexuelle Übergriffe: Weiter unklar: Welche Rolle spielten die fünf Festgenommenen?

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Nach den Übergriffen in der Silvesternacht hat die Polizei die Kontrollen am Hauptbahnhof verstärkt.

Foto:

dpa

Köln -

Die massiven Übergriffe auf zahlreiche Frauen in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof: Am Dienstagvormittag trafen sich Vertreter der Stadt, der Polizei und der Bundespolizei im historischen Rathaus.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte das Gipfel-Treffen einberufen.

Hinter verschlossenene Türen wurde diskutiert. Um 15.30 Uhr erläuterten OB Henriette Reker und Polizei-Präsident Wolfgang Albers erste Ergebnisse der Pressekonferenz.

Inzwischen wurde bekannt: Die Zahl der Anzeigen ist auf 90 gestiegen. Eine Frau soll vergewaltigt worden sein. 

Silvesternacht: Video zeigt Chaos-Szenen am Hbf

Köln: Silvesternacht: Video zeigt Chaos-Szenen am Hbf
Heftige Bilder aus der Silvesternacht am Kölner Bahnhofsvorplatz.

Ergebnisse des Krisen-Gipfels:

Polizei-Präsident Wolfgang Albers erklärte:

• „Wir werden die Präsenz offen und verdeckt verstärken. Das gilt insbesondere für Karneval.“

• Es werde eine temporäre Video-Überwachung geben. An welchen Orten müsse noch geprüft werden. Auf jeden Fall werde der Bahnhofsvorplatz davon betroffen sein. In diesem Zusammenhang müsse dort die Beleuchtung verbessert werden.

• Polizeibekannte Personen sollen in Zukunft noch stärker überwacht werden. Bei Bedarf sollen Platzverbote erteilt werden.

• Die Polizei plane stärkere Kontrollen in der Stadt – auch auf den Ringen. So wolle man ein deutliches Zeichen setzen.

• Ob sich die fünf festgenommenen Männer (18, 19, 21, 22, 24) tatsächlich an den sexuellen Übergriffen beteiligt haben, ist weiter unklar.

Leitender Polizeidirektor Michael Timme zum Einsatzhergang:

21 Uhr: 400 bis 500 Männer zwischen 18 und 25 Jahren versammelten sich am Silvesterabend auf der Domtreppe und feuerten Feuerwerkskörper in Richtung Bahnhofsvorplatz. Die jungen Männer waren stark alkoholisiert.

23 Uhr: Die Gruppe wurde immer größer. Gegen 23 Uhr waren es etwa 1000 Mann. Als die Lage eskalierte und immer mehr Feuerwerkskörper auf Menschen geschossen wurden, wurde die Treppe und der Vorplatz geräumt. Daraufhin schien sich die Lage zu beruhigen.

Gegen 1 Uhr gab es die ersten Meldungen über sexuelle Übergriffe. Daraufhin wurden weitere Beamte zum Vorplatz geschickt. Sie haben dann Frauen angesprochen und in Sicherheit gebracht.

Die Zuständigkeit außerhalb des Bahnhofs obliegt der Polizei. Im Gebäude trägt die Bundespolizei die Verantwortung.

OB Henriette Reker

• OB Reker verurteilt die sexuellen Übergriffe aufs äußerste und spricht von einem absolut intolerablen Verhalten der Täter. Sie fordert eine harte Strafverfolgung.

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Der Kölner Hauptbahnhof am Dienstag: Ein Streifenwagen patroulliert auf dem Vorplatz.

Foto:

dpa

• Zudem setzt die Stadt in Zukunft verstärkt auf Prävention. Frauen sollen in der Stadt besser beschützt werden.

• In Kürze will die Stadt online Verhaltenshinweise für junge Frauen herausgeben, wie sie sich vor solchen Übergriffen schützen können.

Wichtig in diesem Zusammenhang sei es, nicht wegzuschauen, sondern zu helfen. Und im Notfall die 110 zu wählen.

Video: Reaktionen der Kölner auf die Ereignisse am Hauptbahnhof

Sexuelle Übergriffe: Kölner geschockt: „Es wird immer brutaler und heftiger!"
Das sagen die Kölner zu den Übergriffen in der Silvesternacht am Hauptbahnhof.

• „Die Spielregeln an Karneval müssen wir Menschen fremden Kulturen besser erklären“, sagt OB Reker. Offenherzigkeit dürfe nicht mit Freizügigkeit verwechselt werden.

• Bei Groß-Ereignissen wie Silvester, die keinen offiziellen Veranstalter haben, springt die Stadt Köln als fiktiver Veranstalter ein und will für ein Sicherheitskonzept sorgen.