Köln - Fast sechs Wochen nach dem Rückzug von Fritz Schramma hat die Kölner CDU einen neuen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters gefunden: Peter Kurth (49), Ex-Finanzsenator von Berlin, heute Finanzvorstand des Entsorgungsunternehmens „Alba“ und bekennend schwul.
Er war von vornherein Favorit für die Kandidatur“, erklärt Kölns CDU-Chef Jürgen Hollstein dem EXPRESS. „Peter Kurth ist der ideale Kandidat: Er hat Wirtschaftserfahrung, politische Erfahrung, er kann Unternehmen und Behörden führen.“
Er habe Kurth bereits vor einigen Wochen angesprochen, so Hollstein. Die Zusage des Finanzmanagers sei nicht spontan erfolgt, aber er freue sich auf die Rückkehr an den Rhein.
Peter Kurth kam 1960 in Siegburg zur Welt, studierte Jura in Bonn und trat 1977 in die CDU ein. Anfang der 90er Jahre arbeitete er bei der Deutschen Bank in Berlin und wurde 1996 Staatssekretär beim Finanzsenator, bevor er 1999 selbst das Amt übernahm. 2001 platzte die krisengeschüttelte Berliner CDU-SPD-Koalition, Kurth wechselte zum Entsorger Alba. 2003 wurde er von einem Schwulenmagazin geoutet und bekannte sich dann öffentlich zu seiner Homosexualität.
Die Berliner Krisenerfahrung könnte ihm in der nicht minder zerstrittenen Kölner CDU helfen, kirchlichen Beistand hat er sowieso: Sein Bruder Dr. Bruno Kurth ist Stadtdechant von Wuppertal, sein Onkel ist der in Köln bekannte Pfarrer Prof. Gerhard Herkenrath (St. Gereon, St. Michael, St. Alban).
Die Kölner Parteispitze wird Peter Kurth bald öffentlich vorstellen. Dann müssen die Mitglieder auf einem Parteitag der Kandidatur formal noch zustimmen.
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