Empfehlen | Drucken | Kontakt28.09.2008 - 00:00 Uhr

Schon zwei tote Vierbeiner: Hundehasser legt Giftköder aus

Von FELIX REHSCHUH
Nathalie Oehmen sorgt sich um ihren kleinen Jack-Russel.
Nathalie Oehmen sorgt sich um ihren kleinen Jack-Russel.
Foto: Thomas Banneyer

Köln - Was muss das für ein gemeiner Tierquäler sein? Ein Unbekannter verstreut Giftköder in der Stegerwaldsiedlung. Zwei Hunde hat es bereits erwischt - und nun fürchten auch Eltern um ihre dort spielenden Kinder.

Wenn Miriam Henn (59) über ihren Hund Joe spricht, kommen ihr die Tränen. „Gerade mal fünf Monate war er alt.“ Vergangenen Sonntag starb der Jack-Russel an den Auswirkungen eines Giftes, geschluckt beim Gassigehen im Park an der Ulitzkastraße.

Die Eltern fürchten, dass auch ihre spielenden Kinder mit dem Giftköder in Kontakt kommen könnten.
Die Eltern fürchten, dass auch ihre spielenden Kinder mit dem Giftköder in Kontakt kommen könnten.
Foto: Peter Käsmacher (Symbolbild)

Der Tierarzt Dr. Gero Wunderlich konnte Joe nicht mehr helfen. Er vermutlich Rattengift: „Das Tier ist an inneren Blutungen gestorben, ein langsamer, grausamer Tod.“ Schon oft litten Tiere in der Stegerwaldsiedlung an Vergiftungen: Miriam Henn berichtet von tot aufgefundenen Hasen. Einige Hunde aus der Gegend konnten erst in letzter Minute vom Tierarzt gerettet werden. Vor wenigen Tagen starb schließlich noch ein Rottweiler. Ursache auch hier: Rattengift.

In der Gegend zittern neben den besorgten Hundebesitzern auch viele Familien mit kleinen Kindern. Ihre Befürchtung: Die Pänz könnten beim Spielen mit dem Gift in Kontakt geraten. Sonja Oehmen (29), dreifache Mutter: „Eine Sauerei, absolut unverantwortlich“, sagt sie. Ihre Kinder müssen sich zu Hause immer sofort die Hände waschen.

Die Polizei riet den Bewohnern, die Augen offen zu halten, um einen Täter möglichst in flagranti zu erwischen. Beobachtet wurde ein schlanker, etwa 40 Jahre alter Mann, circa 1,75 Meter groß. Er schlich durch den Park, verteilte irgendetwas in den Büschen. Als eine wachsame Anwohnerin, die unerkannt bleiben möchte, Hilfe rufen wollte und das Handy zückte, rannte er davon.

Die Polizei fährt in der Gegend verstärkt Streife, bittet um Hinweise unter 0221/2290.

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