Sonne bringt sie an den Tag – die Invasion der Schildkröten. Unzählige der wechselwarmen Tiere bevölkern inzwischen die Kölner Seen.
Im Aachener Weiher sind sie aufgetaucht, im See im Blücher Park, im Stadtwald-Weiher, in der Flittarter Rheinaue. "Das Phänomen gibt's an allen künstlichen Kölner Seen“, sagt Dr. Joachim Bauer vom Kölner Grünflächenamt.
„Gerade wenn die Sonne scheint, sieht man die Tiere auf einem Stück Holz auf dem Wasser treiben. Sie benötigen zum Stoffwechseln Wärme, die ihr Körper nicht produzieren kann. Deshalb suchen sie die Sonne.“ Bauer vermutet, dass jede einzelne Schildkröte ausgesetzt wurde. „Die Leute kaufen kleine Kröten. Wenn sie größer werden, landen in den Seen.“
Unternehmen will er gegen die Schildkröten nichts. „Das ist wie mit den exotischen Kölner Sittichen: Einmal ausgesetzt werden sie heimisch.“ Schildkröten sind Fleischfresser und ernähren sich von kleinen Fischen und Insekten. „Die Winter überleben sie, indem sie sich im Schlamm eingraben“, vermutet Bauer.
Apropos Aachener Weiher: Wegen des Fischsterbens und der verendeten Enten im Sommer (EXPRESS berichtete) wurden diverse Untersuchungen durchgeführt. Ergebnis: Keine Schwermetalle, keine chlorierten Kohlenwasserstoffe im Wasser, aber niedrige Schwermetall-Werte in Sedimenten. Dazu niedrige Sauerstoffgehalte und Botulismusbakterien.
Nun soll der Fischbestand auf ein ökologisch vertretbares Maß reduziert werden, mehr „Füttern Verboten“-Schilder aufgestellt und stärkere Kontrollen durchgeführt werden.
Zudem wird ein Maßnahmenkatalog zur Verbesserung und Stabilisierung der Gewässersituation aller Parkweiher erarbeitet, im Herbst beginnt wie angekündigt die Sanierung der Lindenthaler Kanäle.
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