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Sarah, alleinerziehende Mutter: Warum verdiene ich mit Arbeit weniger als mit Hartz IV?

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Sarah K. weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ohne Unterstützung können sie und Tochter Samira nicht von ihrer Ausbildung leben.
Sarah K. weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ohne Unterstützung können sie und Tochter Samira nicht von ihrer Ausbildung leben.
 Foto: Lisa Zehner
Köln –  

Hartz IV statt Ausbildung, weil das Geld nicht zum Leben reicht? Für Sarah K. (24) stellt sich diese Frage jeden Tag aufs Neue. Dabei wollte die Alleinerziehende endlich auf eigenen Beinen stehen, mit ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin Vorbild für Tochter Samira (6) sein. Doch ohne Unterstützung geht es nicht mehr weiter.

Sarah K. ist eine Kämpferin. Als sie 2006 von ihrer Schwangerschaft erfuhr, brach sie zunächst die Schule ab, wurde Hartz-IV-Empfängerin. Aber damit wollte sie sich nicht abfinden. Sie holte ihren Hauptschulabschluss nach und begann mit einem Minijob. Ihr damaliges Einkommen: 860 Euro vom Jobcenter plus Minijob (100 Euro) plus Unterhalt (130 Euro) und Kindergeld (184 Euro) für Tochter Samira – insgesamt 1274 Euro im Monat.

„Über den Minijob bekam ich letztes Jahr die Chance, eine Ausbildung zur Altenpflegerin in Teilzeit zu machen. Ich war so stolz, bald mein eigenes Geld verdienen zu können“, erinnert sie sich. Doch dann kam ein Dämpfer nach dem anderen. „Ausbildung und Kind unter einen Hut zu bekommen, ist schon mal schwierig. Aber dann kamen noch die finanziellen Probleme dazu. Kein Amt konnte mir weiterhelfen.“

Bei der Agentur für Arbeit beantragte sie Berufsausbildungsbeihilfe (BAB). „Die wurde abgelehnt, weil meine Eltern auf dem Papier zu viel verdienen.“ Ihr aktuelles Einkommen: 510 Euro Ausbildungsvergütung plus Wohngeld (165 Euro), Unterhalt (180 Euro) und Kindergeld (184 Euro), macht insgesamt 1039 Euro.

„Zur Zeit bekomme ich noch 184 Euro Kindergeld zusätzlich für mich. Aber sobald ich 25 bin - und das ist diesen Monat - fallen die weg. Dann bekomme ich 235 Euro weniger als mit Hartz IV und habe nach Abzug der Fixkosten etwa 330 Euro im Monat für Samira und mich übrig. Ich weiß nicht, wie das funktionieren soll.“

Sarah ist mit ihrem Problem nicht allein. Alexander Uhr, Ausbildungsleiter bei der IHK Köln: „Ausbildungsvergütung ist nicht dazu gedacht, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Normalerweise werden Azubis noch von ihren Eltern unterstützt. Wenn sie allein leben, sind sie auf staatliche Hilfen angewiesen. So etwas wie Bafög gibt es für Auszubildende leider nicht.“

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