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Express.de | Prozess am 15. April: Nach Angriff: Attentäter will mit Henriette Reker sprechen
03. March 2016
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Prozess am 15. April: Nach Angriff: Attentäter will mit Henriette Reker sprechen

Reker Attentat

Die Kölner Bürgermeisterin Henriette Reker wurde am 17.10.2015 auf dem Wochenmarkt in Braunsfeld angegriffen.

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dpa

Am 15. April startet vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der mit Spannung erwartete Prozess gegen Reker-Attentäter Frank S. (44). Versuchten Mord wirft die Bundesanwaltschaft dem Mann vor, der der Kölner Oberbürgermeisterin ein Messer in den Hals rammte, sie fast tötete.

Sieben Tage sind bisher angesetzt, der Prozess wird unter großen Sicherheitsvorkehrungen vor dem Staatsschutzsenat stattfinden, unter dem Vorsitz von Richterin Barbara Havliza (Aktenzeichen: 6 StS 1/16).

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Am 15. April startet der Prozess gegen den Reker-Attentäter Frank S.

Die Anklage spricht von Heimtücke und niederen Beweggründen. Am 17. Oktober, einen Tag vor der OB-Wahl, hatte Frank. S. die Kandidatin Reker auf einem Wochenmarkt in Braunsfeld angegriffen.

Als Motiv gab er an, er habe ein Zeichen gegen die Flüchtlingspolitik setzen wollen. Reker war zu dem Zeitpunkt Sozialdezernentin der Stadt Köln.

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Während Frank S. im Sicherheitstrakt (Haus 4) der JVA Ossendorf auf seinen Prozess wartet, meldet sich sein Verteidiger Christof Miseré beim EXPRESS.

Sein Mandant sei zu einem persönlichen Gespräch mit der Oberbürgermeisterin jederzeit bereit, auch vor der Verhandlung. Reker hatte zuvor geäußert, irgendwann mit ihrem Attentäter sprechen zu wollen. Um zu fragen, warum er ihr Leben zerstören wollte.

Miseré, der Frank S. mit Jasper Marten verteidigt, kündigte an, dass sein Mandant bei dem Gespräch zur Tat nichts beschönigen wolle.

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Der Anwalt des Reker-Attentäters Christof Miseré (r.) im Gespräch mit EXPRESS-Redakteur Hendrik Pusch.

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Carsten Rust

Gleichwohl sagte Anwalt Miseré aber auch: „Der erhobene Vorwurf der Bundesanwaltschaft ist nachvollziehbar, aber nicht zutreffend.“ Heißt: Der Attentäter streitet ab, dass er Reker töten wollte!

Dabei hatte er der OB an zwei Stellen die Luftröhre durchtrennt. Offenbar spekuliert er auf den Passus im Gesetz, der einen „Rücktritt vom Mordversuch“ vorsieht und damit eine geringere Straferwartung.

Beim jetzigen Anklagevorwurf droht dem Attentäter lebenslänglich. Der Täter wird zudem psychologisch begutachtet. Geprüft wird, ob er zum Zeitpunkt des Angriffs voll schuldfähig war.

Stellt der Gutachter eine geistige Störung fest, droht dem Attentäter die dauerhafte Unterbringung in der forensischen Psychiatrie.

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