Köln - Das nennt man wohl galoppierende Inflation. Für die Benutzung des öffentlichen Pissoirs am Kölner Hauptbahnhof müssen Männer ab sofort einen Euro anstatt bislang 60 Cent bezahlen.
Ein satter Aufschlag um 66 Prozent. Und das sorgt für lautstarke Proteste auf dem stillen Örtchen. „Das ist Wucher“, schimpft etwa Bernd S.: „Dass man so viel Geld für ein wenig Pipi machen berappen muss, ist für so einen großen Bahnhof mit so viel Gastronomie beschämend.“
Für die Preis-Explosion auf dem Bahnhofsklo ist das Unternehmen McClean aus Basel verantwortlich. Die Schweizer unterhalten das so genannte WC- und Hygienecenter - und haben damit ein Monopol am Bahnhof, andere öffentliche Toiletten gibt es dort nicht.
Auch die vielen Restaurants, Cafés und Imbisse müssen keine eigenen WC-Anlagen unterhalten und verweisen meist auf das zentrale WC-Center. Dort bedeuten zwei Nullen eine Menge Geld.
Das Unternehmen McClean, das für „das Konzept mit den drei S“ wirbt - Sauberkeit, Sicherheit, Servicequalität - fügte bei der Preissteigerung ein weiteres S hinzu: Schweigen. In der Zentrale wollte sich niemand zu der Preispolitik äußern.
Die Servicekraft vor Ort verteidigte die neuen Kurse. Schließlich sei anderes billiger geworden. Männer bezahlten bislang für das große Geschäft 1,10 Euro. Frauen generell so viel. „Jetzt gibt es für alle und alles den Einheitspreis von einem Euro“, so der Mann von McClean.
Nur einige Meter weiter gibt es bei einem weiteren Mc dafür sogar schon einen Hamburger...
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