Empfehlen | Drucken | Kontakt16.06.2011 - 16:35 Uhr

Weil es zu kalt war: Postbote schmiss 400 Briefe weg

Von HENDRIK PUSCH
Nach der Verhandlung: Briefträger Halil L. (26) mit seinem Verteidiger Thomas Pusch (l.) im Kölner Amtsgericht.
Nach der Verhandlung: Briefträger Halil L. (26) mit seinem Verteidiger Thomas Pusch (l.) im Kölner Amtsgericht.
Foto: Hendrik Pusch
Köln –  

Ein frustrierter Postbote der Firma TNT hat einfach 400 Briefe im Teich versenkt. Donnerstag stand er vor Gericht.

Halil L. (26, Name geändert) musste sich wegen Unterschlagung und Verletzung des Briefgeheimnisses vorm Amtsgericht verantworten.

Im Februar diesen Jahres hatte er eine Ladung Briefe bei seinem Arbeitgeber abgeholt. „Die Straßen waren glatt, es lag Schnee und mein Mandant musste mit dem Fahrrad fahren“, erklärte Verteidiger Thomas Pusch. „Zweimal hat es ihn dabei hingehauen, er hat sich massiv den Arm geprellt.“

Der Briefträger war so gefrustet von dem Wetter, dass er die ganze Post in Müllsäcke verfrachtete. Dann fuhr er mit dem Auto nach Rath und versenkte die Briefe in einem Anglerteich!

Ein Zeuge beobachtete den Briefträger, machte Fotos – und da war alles drauf. Die Tat, die TNT-Uniform und das Nummernschild des Autos. Der Zeuge alarmierte die Polizei. Die hatte keine Probleme, den Postboten zu finden. Immerhin: Rund 200 Briefe konnten gerettet und noch zugestellt werden.

„Eine saublöde Aktion“, meinte die Staatsanwältin. Richterin und Täter stimmten zu. Urteil: 900 Euro Geldstrafe.

Gestraft war der Täter aber bereits vor der Verhandlung. Denn die Firma TNT hat den Briefträger nach bekanntwerden seiner Aktion natürlich fristlos rausgeschmissen. Jetzt lebt der Vater eines kleinen Sohnes (1) von Hartz IV. Einen neuen Job hat er nicht in Aussicht.

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