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Polizeieinsatz: Flüchtlinge in Turnhallen? Da rasteten Kölner Anwohner aus

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Der Moment, als die Emotionen überkochten: Tumulte im Bürgerschaftshaus Görlinger Zentrum

Foto:

Baumanns

Köln -

Hitzige Diskussionen, handgreifliche Tumulte: Im Bürgerschaftshaus Görlinger Zentrum in Bocklemünd musste sogar die Polizei einschreiten!

Die Stadt Köln hatte eingeladen, um die Anwohner darüber zu informieren, dass sie in Kürze bis zu 130 Flüchtlinge in den beiden Turnhallen am Görlinger Zentrum unterbringen will.

Die beiden älteren Hallen werden derzeit von der Grundschule „Kunterbunt“ genutzt.
Doch obwohl die Schulleiterin klarstellte, dass für alle Klassen Alternativlösungen für den Sportunterricht gefunden werden konnten, rasteten viele Anwohner aus.

Ausländerfeindliche Sprüche

„Den Kleinsten wird die Turnhalle genommen, die Flüchtlinge bekommen alles“,  „Die kommen nur hierher, um Geld abzuzocken! Wer kümmert sich um die Deutschen, die nichts haben, wer kümmert sich um die Obdachlosen?“, „Ich bin selber Kriegskind und habe sieben Kinder allein großgezogen. Mir hat auch keiner geholfen.“

Es gipfelte in dem Ausspruch eines Mannes, der rief: „Wenn sich einer der Flüchtlinge an unseren Alten, Frauen und Kindern vergreift, gibt es hier Krieg.“
In der aufgeheizten Stimmung nützte es auch nichts, dass Jürgen Kube vom Wohnungsamt gebetsmühlenartig darauf hinwies, dass in den Turnhallen „keine alleinstehenden jungen Männer sondern ausschließlich Familien“ untergebracht werden.

Als dann ein Anwohner auch noch sagte, dass die Flüchtlinge aus Syrien doch in der Türkei bleiben sollen, sprang eine junge Türkin auf und schrie: „Was hat denn die Türkei damit zu tun? Komm doch her, wenn Du was willst.“

Polizei musste schlichten

Beleidigungen wurden hin und her geschleudert, es wurde handgreiflich, die Polizei musste einschreiten.

Das Publikum im Bürgerschaftshaus war gespalten — hier die Gegner der Flüchtlingsunterbringung, dort diejenigen, die bereit sind, Flüchtlingen zu helfen.

Beruhigt hat die Situation schließlich ein 25-jähriger mit türkischen Wurzeln: „Ich wurde in Köln geboren, bin deutscher Staatsbürger — und stolz darauf."

Der Mann weiter: „Wovor habt Ihr Angst? Ihr macht Euch in die Hosen. Uns allen geht es doch gut hier, manchen mehr, manchen weniger. Wenn jemand diesen Staat kaputtmachen will, bin ich der erste, der

diesen Staat verteidigt.“

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