Mit riesigem Personalaufwand kontrolliert die Polizei die Leverkusener Rheinbrücke – ohne Erfolg. Auf der Mülheimer Brücke werden immer mehr Laster gesichtet – weshalb Amtsleiter Gerd Neweling androht, sie für Lkw zu sperren.
Die Kölner Stadtverwaltung stellt fest, dass immer mehr Lkw auf die Mülheimer Brücke ausweichen. „Unverschämtheit“, sagt Brücken-Amtsleiter Gerd Neweling. „Wenn es zuviel wird, verfüge ich eine Lastbeschränkung von 7,5 Tonnen.“
Verkehrdezernent Franz-Josef Höing erklärte am Dienstag im Verkehrsausschuss, dass er ein Gutachten wolle, welche Last die Mülheimer Brücke überhaupt noch aushalte. Bisher sind 60 Tonnen erlaubt. Die Generalsanierung ist geplant.
Polizei mit Hubschraubern im Einsatz
Die Dienstags-Zahlen von der Leverkusener Rheinbrücke indes sind genauso schlimm wie die vom Montag: In 24 Stunden zählen wir rund 5.000 Lkw auf der Leverkusener Brücke“, so Polizeisprecher André Faßbender dem EXPRESS. „Im Berufsverkehr sind es pro Stunde 500. Unser massiver Einsatz ändert gar nichts.“
50 Polizeibeamte waren auch am Dienstag – sogar mit Hubschraubern – im Einsatz, weil Fahrzeuge, die schwerer als 3,5 Tonnen sind, die Brücke nicht mehr befahren dürfen. An der Brücke waren massive Risse in Quer- und Hauptträgern festgestellt worden. „121 Lkw haben wir angehalten und mit einem 20-Euro-Knöllchen belegt“, sagt Faßbender. 374 Fahrer wurden gefilmt, sie kriegen ihr Knöllchen zugeschickt.
Politiker sind sauer
Im Verkehrsausschuss stellte Polizei-Bereichsleiter Michael Esser fest: „Wir haben nicht das Personal, um dort dauerhaft zu kontrollieren. Und wir haben nicht den Platz, die Lkw vor Befahren der Leverkusener Brücke anzuhalten.“ Esser will weiträumige Umleitungen: „Bei weiterer Belastung der Brücke kann es zu Fahrbahnabsenkungen kommen.“
Die Politiker toben: „Die Schäden sind doch nicht vom Himmel gefallen“, so Christtraut Kirchmeyer (FDP) und Karsten Möring (CDU). Bettina Tull (Grüne) und Susana dos Santos (SPD): „20-Euro-Knöllchen sind lachhaft.“ Nach EXPRESS-Informationen soll „Straßen NRW“ auf Anweisung von Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) versuchen, Lkw durch spezielle Lkw-Spuren auf Umleitungen zu zwingen. Am Mittwoch gibt es Krisenrunden beim Minister.
1965 ging die Leverkusener Brücke in Betrieb. Täglich fahren 120.000 Fahrzeuge drüber, davon sind 16.000 Lastwagen.
Wegen täglicher, massiver Staus wurde vor Jahren der Standstreifen zur dritten Fahrspur ausgebaut. Seitdem treten immer neue, massive Schäden auf. Seit zwei Jahren gilt deshalb Tempo 80 und sind die Fahrspuren verengt. Ohne Erfolg.
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