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Polizei jagt Knallteufel von Ehrenfeld: Der Chaot terrorisiert schon seit fast zwei Jahren seine Nachbarn

Die Polizei ermittelt am vermeintlichen Tatort. Bewohner des Hochhauses und Nachbarn wurden befragt.

Die Polizei ermittelt am vermeintlichen Tatort. Bewohner des Hochhauses und Nachbarn wurden befragt.

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Carsten Rust

Köln -

Ein Streifenwagen parkt Freitagmittag vor dem Herkules-Hochhaus. Die Beamten befragen Anwohner, schauen sich rund um das Haus um. Denn sie suchen den Knallteufel von Ehrenfeld.

Der unbekannte Chaot terrorisiert schon seit fast zwei Jahren seine Nachbarn mit extrem lauten Knallgeräuschen. Die Detonationen sind so laut, dass sie sogar von EXPRESS-Lesern in Ossendorf gehört werden konnten.

Polizei jagt Knallteufel von Ehrenfeld
Köln, 05.09.14: Mehrere Knall- und Explosionsgeräusche schreckten in der Nacht zu Freitag Anwohner in Ehrenfeld und Ossendorf aus dem Schlaf. Nicht zum ersten Mal.

Auch in der Nacht zu Freitag knallte es wieder mindestens dreimal. Bei der Polizei gingen gegen zwei Uhr mehrere Notrufe ein. „Hier ballert wieder einer rum.“ Die Beamten fuhren einmal mehr hin, doch sie konnten keine Spur finden.

Inzwischen sind die meisten Anwohner total genervt. Michael Wolter (51): „Zwei bis drei Mal die Woche werden wir aus dem Bett geböllert. Die Explosionen sind so laut, dass es keine Schüsse aus einer Pistole sein können. Das müssen selbst gebaute Sprengsätze sein.“

Er habe direkt nach den Detonationen der letzten Wochen aus dem Fenster geschaut und „etwas vom Himmel regnen“ sehen. „Was es war, weiß ich nicht. Ich vermute den Täter in der oberen Hälfte auf der Südseite des Haues.“

Die aktuellen Knallgeräusche kamen diesmal jedoch nicht aus dem Herkules-Hochhaus, sondern aus dem Bereich des Sportplatzes neben der Inneren Kanalstraße. Im dortigen Grüngelände schauten sich am Freitag auch die Polizisten um - sie suchten nach den Resten eines möglichen Sprengsatzes.

Kommen jetzt Sprengstoffspürhunde zum Einsatz?

Auch Anwohner Bernd Schrader (69) schreckt immer wieder aus dem Schlaf, wenn es knallt. „Es ist gut, dass die Polizei jetzt ermittelt. Das muss ein Ende haben, denn das macht uns Angst, dass der Typ bislang nicht gefasst wurde. Irgendwann fliegt hier mal was in die Luft.“

Zwar gibt es Videokameras im Hochhaus, doch die erfassen nicht das Haus von außen. Um den irren Knallteufel jetzt doch noch zu überführen, könnte die Polizei bald mit Spezialeinheiten mit Nachtsichtgeräten im Einsatz sein. Auch der Einsatz von Sprengstoffspürhunden wird jetzt diskutiert.

Denn die Ermittler schließen nicht aus, dass der Täter mit Schwarzpulver arbeitet. Das riechen die hochempfindlichen Nasen der Hunde selbst durch geschlossene Türen.

Im Internet wird über die Knall-Attacken diskutiert

Ob auf Twitter oder bei Facebook, überall rätseln Kölner, was die Knall-Geräusche verursacht haben könnte.

Drace D. schreibt: „Hörte sich an wie Schüsse. Oder als ob etwas sehr schweres umgefallen sei. War hier in Neuehrenfeld deutlich zu hören.“ Semiha W.: „Meine Freundin ist fast aus dem Bett gefallen.“ Ela M.: „Hat bestimmt was mit Fabriken zu tun. Ist hier ab und an immer beim Martinswerk auch zu hören, wenn die ihre komischen Kessel entlüften.“

Selbst in Ossendorf waren die Explosionen zu hören. Nat M.: „In Ossendorf auch zwischen 21-23 Uhr mehrfach...“ Emin A.: „Ich komme aus Ossendorf, habe in der Nacht meiner Frau das gleich erzählt. Sagte zu ihr: «Hast du den Knall gehört?» Sie: «Spinner, da war nichts.» Ich habe mir das nicht eingebildet. Ich gehe davon aus, dass jemand mit fetten ausländischen Knallkörpern rumspielt. Die Silvester–Zeit rückt näher, es testet jemand seine Riesenböller.“